10 Highlights einer Reise durch den Kaukasus

Ihr seid auf der Suche nach einem noch unentdeckten Reiseziel? Thailand oder Australien sind euch zu langweilig? Oder ist ein Flug nach Argentinien zu teuer? Das Visum für den Iran zu aufwändig? Italien ist euch zu wenig exotisch? Wie wäre es dann mit den Ländern im Kaukasusgebirge?

Der Kaukasus ist das Gebirge zwischen dem Schwarzen und dem Kaspischen Meer. Zwischen der Türkei und Russland. Ein wahrer Schmelztiegel der Kulturen. Hier findet ihr sowohl persische als auch russische Einflüsse. Christentum, Islam und Judentum treffen hier aufeinander. Auch wenn sich Georgier und Armenier oft als Europäer bezeichnen, zeigt ihre Geschichte, dass sie eher mit dem Orient verbunden sind, wie ich denke.

Aber wenn ihr noch nie von diesen Ländern gehört habt, fragt ihr euch sicher, was kann man dort sehen und unternehmen? Zugegeben, Georgien und Armenien sind kleine Länder, was aber nicht heißt, dass es nicht eine Fülle an Attraktionen gäbe. Der Hauptgrund einer Reise in den Kaukasus sind die vielen alten Klöster und Kirchen, sowie fantastische Wandermöglichkeiten. Doch in den Großstädten gibt es auch ein reges Nachtleben und viele tolle Museen. Im Folgenden zeige ich euch meine 10 persönlichen Highlights einer Reise durch den Kaukasus.

Die Altstadt von Tiflis.
Die wunderschöne Altstadt von Tiflis

1. Die Metropole Tiflis

Tiflis würde ich, ohne mit der Wimper zu zucken, als eine der schönsten Städte der Welt nennen. Hier gibt es wirklich alles. Von einer traumhaften Altstadt, über wuselige Märkte, bis hin zu ultramoderner Architektur. Ein Restaurantbesuch ist sehr preiswert. Die Stadt ist wirklich multikulti. Hoch oben über allem thront eine alte, persische Festung, von der aus ihr die Altstadt und den Fluss, welcher sich durch die Stadt schlängelt, überblicken könnt. Es gibt eine wunderschöne Moschee, ein türkisches Dampfbad, die Straßen sind voller Street Art und lokalem Leben. Und solltet ihr das Bedürfnis nach Menschen und Zivilisation haben, seid ihr nach einer mehrtägigen Wanderung durch den Kaukasus hier genau richtig. Abends gibt es viele Möglichkeiten, um ein Bier trinken zu gehen oder mit den Georgiern durch die Nacht zu feiern.

Die Kirche von Stepantsminda direkt vor dem Kazbeg.
Der höchste Berg Georgiens, der Kazbeg

2. Der höchste Berg Georgiens, der Kazbeg

Nur wenige Autostunden nördlich von Tiflis, liegt der kleine Ort Stepantsminda, oder Kazbegi. Am Fuße des gleichnamigen Kazbeg. Hier, kurz vor der Grenze zu Russland, liegt eine der berühmtesten Kirchen Georgiens. Mit der perfekten Kulisse ist diese Kirche wahrlich eine Augenweide. Nur ca. eine halbe Stunde zu Fuß entfernt. Und von der Kirche aus könnt ihr euch auf eine Wanderung zum Gletscher des Kazbeg begeben. Bergsteiger können den relativ einfachen Gipfel auf über 5000 m erklimmen.

Das Panorama von Uphlistsikhe in Georgien, ein historisches Highlight.
Die Felsenstadt und antikes Handelszentrum Uphlistsikhe

3. Die geheihmnisvolle Felsenstadt Uphlistsikhe

Während die Klöster und Kirchen Georgiens und Armeniens eine der Hauptsehenswürdigkeiten sind, gibt es noch weitaus ältere und mystischere Orte. Die Felsenstadt Uplistsikhe ist seit der Bronzezeit besiedelt und war bereits mehrere Jahrhunderte vor Christus ein bedeutendes Zentrum der Seidenstraße. Auch wenn hier später ebenfalls Kirchen errichtet wurden, gibt es dennoch mehrere antike Tempel in denen sogar Tieropfer stattgefunden haben. Die Stadt besaß einen Markt, ein Amphitheater und mehrere Bäckereien und Werkstätten. Uplistsikhe gilt als eine der ältesten Siedlungen Georgiens.

Party in Yerevan in Armenien

4. Party in Yerevan

Egal ob ihr über den Dächern der Stadt, auf einer Dachterrasse ein Bier trinkt, euch in einer kleinen Künstlerbar mit feierwütigen Armeniern ein paar Cocktails genehmigt, oder in einem der zahlreichen Clubs in der Innenstadt bis in die frühen Morgenstunden tanzt. Jerewan ist eine lebendige Stadt. Im Sommer ist hier praktisch immer etwas los. Und das solltet ihr auch nutzen. Zahlreiche Freiluftcafés mit Wasserpfeifen sind herrlich einladend und die Preise moderat. Die Armenier sind ein besonders freundliches Völkchen und ihr werdet schnell Anschluss finden. Ein Tipp von mir: Couchsurfing. Hier lernt ihr schnell viele Einheimische kennen, um mit ihnen tagsüber ein paar der Sehenswürdigkeiten zu besichtigen oder um zu feiern.

Die Petroglyphen Zorakarer in der Nähe von Sissian.
Der Bergsee kurz unter dem Gipfel des mystischen Ughtasar

5. Ein Offroad-Abenteuer zu den Petroglyphen von Ughtasar auf über 3300m

Im weniger besuchten Süden Armenies warten wahre Schätze auf euch, wie diese Petroglyphen. Mit einem Jeep und Guide ging es über Stock und Stein auf über 3000m. Stellenweise komplett ohne irgendeinen erkennbaren Weg, holperten wir vorbei an wunderschönen bunten Wildblumenfeldern und Schafsherden nach oben. Ein alter Lada aus der Sowjetära leistete uns gute Dienste. Um einen See gelegen, befinden sich mehrere große Geröllfelder. Auf eben jenen Steinen, haben vorzeitliche Hirten ihre Bilder hinterlassen. Die Bilder zeigen Schlangen, Menschen bei der Jagd und der Paarung sowie Herdentiere. Für viele Menschen sind die Gravuren aus der Bronzezeit noch heute ein Rätsel.

Die Klosterstraße im Norden von Armenien ist ein besonderes Highlight.
Auf der Klosterstraße unterwegs.

6. Reist auf der Klosterstraße im Norden Armeniens bis Tiflis

Wenn ihr euch auf dem Weg von Armenien nach Georgien oder umgekehrt befindet, solltet ihr unbedingt durch die Debed Schlucht fahren. Hier reihen sich gigantische Klöster, von  denen zwei zum UNESCO Weltkulturerbe zählen, aneinander. Ein guter Ort, um zu rasten, ist Alaverdi. Von hier aus könnt ihr die Klöster Haghpat und Sanahin mit öffentlichen Bussen erreichen. Diese zwei Klöster sind Weltkulturerbe und liegen in wunderschöner Landschaft hoch über dem Canyon. Insbesondere von Haghpat, habt ihr einen perfekten Blick über die alten Kohlemienen, welche der Landschaft einen Flair wie aus alten Sowjetzeiten verleihen.

Jedoch solltet ihr auch die Kosten eines Taxis nicht scheuen und das oben abgebildete Akhtala Kloster besuchen. Mit seinen mächtigen Befestigungen bietet es grandiose Fotomöglichkeiten. Im Inneren befinden sich die einzigen Fresken einer alten Kirche in ganz Armenien, wie mir die gut Deutsch sprechende Armenierin erklärte.

Das einzigartige UNESCO Weltkulturerbe Ushguli in Georgien.
Das UNESCO Weltkulturerbe Ushguli

7. Wandern in der mystischen Landschaft Svanetiens

Selten war Wandern schöner. Hier im Norden Georgiens lauft ihr umgeben von Fünftausendern, vorbei an kleinen Gebirgsdörfern, mit mystischen Wehrtürmen, entlang von rauschenden Bächen und könnt echte Gletscher sehen. Zwar ist die Anreise etwas beschwerlich, doch dafür lohnt es sich. Wenn ihr die Schaukelei in einem der rüstigen Maschrutkas (Kleinbusse) überstanden habt, wartet hier ein Paradies auf euch. In der “Hauptstadt” Mestia, könnt ihr in kleinen Cafés entspannen und durch den Ort spazieren. Zahlreiche Kirchen und Museen halten euch beschäftigt, bevor es auf Wandertour geht, egal ob halbtags oder für eine Woche. Hier ist für jeden was dabei.

Ein Highlight in Georgien, das Dorf Mtskheta in der Nähe von Tiflis.
Der Ortskern von Mtskheta, wie aus dem Bilderbuch

8. Unternehmt einen Tagesausflug von Tiflis zum Weltkulturerbe Mtskheta

Tiflis selbst ist schon ein Highlight, aber die kleine Stadt Mtskhet setzt noch einen drauf. Idyllisch an einem Fluss gelegen und voller Geschichte. Die riesige Kirche, direkt am Dorfplatz ist wirklich besonders. Um Längen überragt sie die roten Dächer der zwei- oder dreistöckigen Wohnhäuser. Die Gassen sind mit Kopfsteinpflaster gesäumt und hier und da gibt es ein nettes Café. Das beste in oder besser neben Mtskheta ist die auf einem Hügel gelegene Jvari Kirche. Für viele Georgier ist sie der heiligste Ort im Land. Von hier hat man einen herrlichen Blick über Matskheta und die umliegende Landschaft.

Eines der abgelegensten Klöster in der ganzen Region in Nagorno Karabakh.
Das abgelegenste Kloster Nagorno Karabakhs an der Grenze zu Kelbajar

9. Besucht das abgelegenste Kloster des Kaukasus

Kennt ihr Nagorno Karabakh? Ein kleines Land zwischen Armenien und Aserbaidschan. Beide Nachbarn streiten sich seit langem darum, weswegen die Beziehungen auf Eis liegen. Und theoretisch dürfte es dieses Land auch so nicht geben, es wird von fast keinem anderen Land der Welt anerkannt. Nichtsdestotrotz könnt ihr es auf eurer Reise nach Armenien besuchen. Es gibt ein eigenes Visum, welches ihr euch in der Stadt besorgen könnt.

Das Kloster oben im Bild heißt Dadivank und ist nur nach einer mehrstündigen Fahrt zu erreichen. Eigentlich bat ich einen französischen Vater und seine Tochter, mich nur ein Stück in Richtung der Hauptstadt mitzunehmen. Sie aber bestanden darauf, dass ich sie in ihrem gemieteten Taxi bis zu diesem Kloster und zurück begleite. Am Ende verbrachten wir den ganzen Tag zusammen. Auf einer sehr holprigen Straße ging es durch abgelegene Regionen, vorbei an winzigen Dörfern. Die Straße wurde immer schlechter und selbst der Fahrer musste mehrmals Dorfbewohner nach dem richtigen Weg fragen.

Letzten Endes erreichten wir die abgelegene Abtei mitten im Grünen und waren überwältigt von der Schönheit und Pracht. Es gab mehrere Kirchen und Räume zu erkunden und dutzende Fotomöglichkeiten. Solltet ihr nach einem besonders exotischen Ziel Ausschau halten, habt ihr es hiermit gefunden.

Das Tatev Kloster in Armenien. Ein Highlight im Kaukasus
Das Tatev Kloster in der Nähe von Gori.

10. Das Tatev Kloster im Süden Armeniens

Ja, noch ein Kloster! Aber die sind in dieser Region auch einfach besonders schön. Und Jedes ist anders, durch die Architektur, die Komposition und so wie hier durch seine Lage. Das Tatev Kloster liegt direkt an einer steil abfallenden Klippe, hoch oben auf einem Berg. Ein sehr schöner Weg, um hierher zu gelangen ist die Seilbahn ” Wings of Tatev”. Die längste Seilbahn mit durchgehendem Tragseil. Nach eurer Besichtigung ist eine Wanderung zurück ins Tal empfehlenswert. Auf dem Weg könnt ihr ein weiteres komplett verfallenes, verlassenes Kloster besuchen und erreicht am Ende die Teufelsbrücke. Ein kleines Naturspektakel mit Warmwasserquellen. Von hier war es ein leichtes, den restlichen Weg per Anhalter zurückzulegen.

Das waren meine 10 Highlights im Kaukasus aus Armenien, Georgien und Nagorno Karabakh. Habt ihr noch weitere Highlights oder Kommentare? Schreibt es in die Kommentare!

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10 Highlights einer Reise in Georgien und Armenien

Kommentare

    1. Autor
      des Beitrages
      wasgesternwar

      Vielen lieben Dank! Freut mich wirklich sehr, dass dir die Bilder gefallen. Ich kann die Länder nur empfehlen für eine Reise. Günstig, leicht zu erreichen, und leicht zu bereisen.

      LG
      Oliver

    1. Autor
      des Beitrages
  1. marpiablog

    Hey Oli,
    wir können deiner Nr 1 nur zustimmen – Tiflis ist traumhaft toll & wir wollen unbedingt wieder hin. Für alle, die die Wanderung zur Gergeti Kirche am Fuße des Kazbegi im Winter planen: wir haben im tiefen Schnee etwa 1,5h gebraucht 😉
    Liebe Grüße aus Albanien

    1. Autor
      des Beitrages

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