Angkor what?

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Die verbleibenden zwei Tage unseres Tickets wollten wir am Stück nutzen. Anstatt eines Fahrrads nahmen wir uns am ersten Tag, ein Tuk-Tuk, das uns von Tempel zu Tempel brachte. Zunächst wollten wir den berühmten Sonnenaufgang vor Angkor Wat sehen. So standen wir um viertel vor 5 auf, um pünktlich um 5, noch komplett in die Dunkelheit gehüllt, loszuholpern. Ich erträumte mir einen wunderschönen, kräftigen, orange-roten Sonnenaufgang vor dem größten religiösen Gebäude der Welt. Leider war es etwas bewölkt und schon längst hell bevor man die Sonne überhaupt sah. Die Massen waren immens und so wurden viele enttäuscht. Wir erkannten, dass es heute nichts mehr wird und so nutzen wir die Chance, uns einen kleinen Vorsprung zu ergattern und noch bevor die Sonne aufgegangen war, unseren Tempelrundgang zu starten. Auf diese Weise konnten wir die riesige, religiöse Stätte in Ruhe erkunden. Eine komplexe Anlage mit zig Umbauten von Innenhöfen, durch welche man sich immer mehr dem Zentrum nähert, welches gleichzeitig auch den höchsten Punkt, mit grandioser Aussicht auf die gesamte Anlage, darstellte. Hier mischten sich, wie in so vielen Tempeln der alten Khmer, filigrane Details, eine kunstvolle Bauweise, mit einzigartigem Stil und monumentalen Ausmaße. Eine weitere Besonderheit ist die Mixtur aus Hinduismus und Buddhismus, welche man an den vielen Göttern und Buddhadarstellungen erkennt.

Beim Verlassen der Anlage strömten auch immer mehr und mehr Tourbusgruppen in das Innere, was uns Anlass gab schnell zu flüchten und uns ins Tuk-Tuk zu schwingen. Nun ging es zu einem der weit entfernten Tempel-fast 40 km. Bantei Sray, oder auch Frauentempel genannt. Es heißt die besonders detaillierten Gravuren könnten nur von Frauen in den rosanen Stein gemeißelt worden sein. Am meisten gefielen mir hier die kuriosen Skulpturen, welche den Eindruck erweckten, den Tempel vor unliebsamen Besuchern zu beschützen. Es hatte sich wirklich gelohnt, so weit raus zu diesem Tempel zu kommen. Einer der Einzigartigsten, der kompletten Anlage. Von dort machten wir uns auf den Rückweg Richtung Zentrum, zu Angkor Tom, einer kompletten befestigten Stadt im Herzen der Komplexes. Mit monumentalen Toren, dem persönlichen Tempel eines der mächtigsten Könige der Khmer und unzähligen weiteren Pyramiden und Tempeln. Hier war der Ort für die Elite, ein einfacher Mensch zur damaligen Zeit wäre  überwältigt gewesen von den schieren Ausmaßen der Baukunst. Auch heutigen Besuchern ergeht es beim ersten Anblick ähnlich, wenn man das erste Mal durch eines der gigantischen Tore fährt oder zwischen den unzähligen Köpfen des zentralen Tempels wandert.

Doch bevor wir all das richtig in Angriff nehmen wollten, sagten wir unserem Fahrer wir würden gerne zu Mittag essen. Ich sagte ihm extra, bitte etwas nicht zu teures, z.B. einen der unzähligen Straßenstände, in den kleinen Dörfern der Anlage. Natürlich fuhr er uns beharrlich zu einer Art Restaurant mitten in Angkor Tom, welches seiner Schwägerin gehörte. Wie zu erwarten waren die Preise hier gut das Dreifache der normalen Kosten und wir wollten nichts essen. Auch der Gruppe Franzosen neben uns erging es genauso und als sie schon fast wieder gehen wollten, bot die Besitzerin ihnen an, für ein Drittel des Preises zu essen. Das konnten wir alle akzeptieren und kamen doch noch zu einem gesättigten Bauch.

Nach dem Essen schlenderten wir noch etwas umher und sahen das Bayon. Unzählige Köpfe mit vier Gesichtern starren einen hier von überall an und man fühlte sich ständig beobachtet. Zum Schluss machten wir uns, erschöpft und müde, aber zufrieden mit all den Eindrücken, auf den Heimweg.

Den letzten Tag radelten wir erneut. Wir wollten noch ein paar restliche Tempel sehen, bevor es am nächsten Tag wieder weiter gehen sollte. Unter anderem liefen wir auf einen Hügel mit einer heiligen Stätte.

Den Nachmittag über setzten wir uns nochmal in ein Café und abends wollten wir Siem Reap erneut erkunden. Leider ist die Innenstadt nicht besonders schön, sie ist übersät mit Touristenrestaurants und Bars. Für uns kein schöner Ort, da schon abends um neun hoffnungslos Betrunkene und sonstige zwielichtige Gestalten umher wandeln. Trotzdem sind und bleiben die Angkor Tempel wohl ein großes Highlight der Reise.

Kommentare

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