Der Tag, an dem wir das Paradies in Marokko fanden – Sidi Ifni

Weiß getünchte Häuser mit blauen Fensterläden, wie in Griechenland. Ein Ort mit Surfervibe und spanischen Kolonialbauten. Ein wundervoller Strand mit natürlichen, großen, roten Felsbögen. Das ist Sidi Ifni.

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Ganz im Süden Marokkos verbirgt sich ein wahres Juwel, für jeden, der Erholung abseits der hektischen Städte sucht. Egal ob surfen, den Ort und die Umgebung erkunden, oder nur am Strand liegen, hier kommt jeder auf seine K osten.

Klein-Spanien im Nirgendwo von Marokko

Wir wollen uns auch mal etwas mehr Komfort leisten und buchen ein schönes Doppelzimmer im Suerte Loca mit Balkon und direktem Meerblick. Nach unserer Ankunft trinken wir erst noch gemütlich eine Tasse Kaffee, bevor wir das Örtchen erkunden.

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Sidi Ifni hat eine hübsche Auswahl an Art-déco-Gebäuden. Die Spanier haben deutlich ihre Spuren hinterlassen, der Gouverneurspalast, der Leuchtturm und das Krankenhaus. Alle Häußer sind leuchtend weiß mit blauer Verzierung. An jeder Ecke eine Fotomöglichkeit und wir vergessen schnell, dass wir in Afrika sind. Trotzdem liegt Sidi Ifni nicht mehr weit entfernt von der “Grenze” zur umstrittenen Westsahara und wird auch das Tor zur Sahara genannt.

Und doch irgendwie Marokko

Bei genauerer Beobachtung jedoch merkt man schnell, dass man in Marokko ist. Nur wenige einheimische Frauen sind auf der Straße anzutreffen und wenn, dann verhüllt. In den vielen Cafés entlang der Strandpromenade sieht man nur Männer. Abends gibt es nicht viel zu tun, der ehemalige Nachtclub “Twist Club” zeugt von einer lang vergangen Ära. Heutzutage fühlt sich alles etwas verschlafen an und die wahre Schönheit wirkt tagsüber besser. Und trotzdem ist Sidi Ifni mir so sympathisch wie keine andere Stadt Marokkos. Die Händler auf dem Markt sind freundlich und ehrlich, zwar ist es jeder  gewohnt, den ein oder anderen Touristen zu sehen, aber niemand ist aufdringlich oder betrügerisch.

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Der heutzutage geschlossene TWIST Club.

Wir genießen das Urlaubsflair der Stadt und sind nicht überrascht, eines Abends auf einen Schweizer zu treffen, der erzählt, er habe sich vor Jahren in die Stadt verliebt. Angetrieben von der Sehnsucht nach dem “Wilden und Rauen” in Marokko und der Idylle der Stadt, lebt er hier nun schon seit einiger Zeit. Er lernt arabisch und hat neue Freunde gefunden. Seine ehemalige, marokkanische Ehefrau hat er jedoch in der Schweiz zurückgelassen. Sie findet es hier zu langweilig und mag die Sauberkeit und Ordnung der Schweiz… Der Mensch will wohl immer das, was er nicht hat.

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Auch der alte Briefkasten vor dem Postbüro erinnert an frühere Zeiten. Die Aufschrift “Luftpost” zeugt von der ehemaligen, trostlosen Lage der Ortschaft. Umgeben von kahler Wüste und die nächste Großstadt weit entfernt. Heutzutage zieht die Stadt hauptsächlich Surfer, Backpacker und Overlander auf dem Weg Richtung Süden an.

Wir sind froh, hier zu sein und machen uns nun auf, über eine lange Treppe hinab zum Strand. Von unten blicken wir das erste Mal auf die roten Klippen, auf denen die Stadt eigentlich liegt. Von unten wirkt die Stadt noch interessanter, doch wir kehren ihr erst einmal den Rücken zu und schlendern ein Stück den Strand entlang. Vorbei an den ausgewaschenen Klippen und bealgten Steinen ist es ein fantastischer Spaziergang und man könnte leicht den ca. 10 Kilometer entfernten Legzira Strand erreichen. Das heben wir uns für morgen auf und treten nach einer halben Stunde den Rückweg an, gerade noch rechtzeitig, um einen fantastischen Sonnenuntergang zu erleben.

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Der Legzira Strand und die Perfektion des Paradieses.

Am nächsten Tag starten wir erst mal mit einem großen Frühstück im Suerte Loca. Kaffee, Omelette, Brot und Arganöl. Ein kleiner Urlaub im Urlaub sozusagen und nachdem wir endlich einen Mietwagen für die kommenden Tage gebucht haben, kaufen wir noch etwas Obst auf dem Basar und trotten zu einer Bushaltestelle. Mit der Luxbusline 18 nach Tiznit fahren wir zum bekannten Legzira Plague, einem bei Surfern und Marokkanern beliebten Strand. Zwar sind wir nicht zum Wellenreiten hier, doch wir machen es den Marokkanern gleich und schlendern den Strand entlang durch zwei gigantische Felsbögen. Strahlend rot bilden sie das perfekte Fotomotiv und die Idylle von Sidi Ifni war perfekt.

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Wenn ihr selbst den Strand besuchen wollt, nehmt den Bus 18, der Ticketverkäufer im Bus wird euch vermutlich sagen, wann ihr aussteigen müsst. Von der Hauptstraße aus, dem Weg bergab folgen und immer gerade aus. Am Strand selbst ignoriert ihr am besten die hässlichen Betonklötze von Hotels und Restaurants. Keine Angst es wird schnell viel idyllischer.

Wie kommt man am besten nach Sidi Ifni?

Tiznit ist das große Transportzentrum der Region, von wo aus ihr leicht, nach Tafraout, Taroudant, Mirleft, Sidi Ifni und in viele andere Orte kommt. Von Tiznit könnt ihr euch entweder ein schnelles Sammeltaxi nehmen, oder den grünen Luxbus 18, dessen Endhaltestelle Sidi Ifni ist. Von Sidi Ifni gibt es auch ein oder zwei Busse direkt nach Marrakesch. Wir nahmen einen Bus um 5 Uhr morgens. Somit gibt es vermutlich auch mindestens eine direkte Verbindung von Marrakesch ins Paradies.

Das Suerte Loca ist eine sehr gute Wahl und ihr bekommt für ca. 20 € ein geräumiges Doppelzimmer. Eine Alternative ist das Hotel Bellevue, aber ohne das gemütliche Hostel-Feeling.

Und jetzt ihr. Wart ihr schon einmal in Sidi Ifni? Was hat euch besonders gefallen? Oder welchen Ort in Marokko könnt ihr besonders für ein paar Tage Erholung empfehlen? Schreibt es in die Kommentare.

Kommentare

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  1. Pingback: Teil 1: Mit dem Mitwagen durch Marokko – Marrakesch bis in die Dadesschlucht | wasgesternwar

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