Die phönizischen Fischer von Malta – Marsaxlokk

Marsaxlokk-Malta-Reisebericht

Wenn ich an Malta denke, dann kommt mir ein Kreuz in den Sinn, das Symbol des Malteserordens. Ich denke an Kreuzritter und an Schlachten von Christen mit Arabern und Türken. Vielen ist die wunderschöne Hauptstadt Valletta ein Begriff, durch die ich euch auf einem meiner Fotospaziergänge geführt habe. Aber ich dachte nie an eine Zeit vor dem frühen Mittelalter. Vermutlich ging ich von Römern aus. Aber ich hätte nie geglaubt, dass die Insel übersät ist mit uralten, riesigen Steintempeln.  Viele davon älter als die Pyramiden. Die Tempel sind für damalige Verhältnisse ein wirkliches Kunststück an Architektur und Logistik. Leider, war bei meinem Besuch auf Malta der größte und wohl berühmteste Tempel, das Hypogäum wegen Renovierung geschlossen. Immerhin besichtigte ich den nahegelegenen Tempel in Tarxien. Während meines Aufenthalts, besuchte ich auch noch weitere Tempel auf Malta und der Schwesterinsel Gozo. Aber zunächst einmal zu meinem Ausflug zum Tempel von Tarxien und dem Fischerdorf Marsaxlokk.

Der wunderschöne Fischerhafen von Marsaxlokk, Malta.
Der wunderschöne Fischerhafen von Marsaxlokk.

Eine gut dokumentierte Reise durch die Zeit

Erneut erwies sich Sliema als guter Ausgangspunkt, die Insel zu erkunden. Mit meinem Wochenticket nahm ich die Fähre nach Valletta und setzte mich am Zentralen Busbahnhof direkt in die Linie 85 nach Marsaxlokk. Zunächst stieg ich an der Haltestelle Tarxien aus, um den gleichnamigen Tempel in Augenschein zu nehmen.

Besonders gut an Maltas Sehenswürdigkeiten, gefiel mir die Professionalität der Stätten. Es gab oft ein kleines Museum mit guten Erklärungen und zahlreichen Ausstellungsstücken. Dadurch konnte man sich auch beim Tempel von Tarxien ein gutes erstes Bild machen. Die Anlage war ebenso gepflegt und ein Dach schützte die Ruinen vor Wind und Wetter.

Der Megalithtempel von Tarxien auf Malta.
Die gut hergerichtete Ausgrabung des Tarxien Tempels.
Der Tempel von Tarxien auf Malta.
Das Replikat einer Statue im Tempel.

Die großen, bohnenförmigen Räume waren gut freigelegt und die Details trotz der zum Teil fast 5000 Jahre gut erkennbar. Es war beeindruckend, welche gigantischen Steine die alten Erbauer hier aufrichteten und stapelten, um ihre Tempel zu bauen. Immer noch, liegt ein Großteil der Geschichte der Tempel und ihrer Erbauer im Dunklen. Es ist nur bekannt, dass die ersten Tempel ca. 3800 v. Chr. entstanden sind und vermutlich eine Muttergöttin und Naturgöttin verehrt wurde. Es wird sogar behauptet, dass diese antike Gesellschaft von Frauen angeführt wurde und es in den Tempeln nur Priesterinnen gab. Aber warum diese uralte Hochkultur ganz plötzlich wieder von Malta verschwand, ist unklar. Dürre und Seuchen werden als Gründe genannt, auch einfallende Piraten sind eine Möglichkeit, da es keinerlei Spuren alter Verteidigungsanlagen gibt.

Der megalithische Tempel von Tarxien, Malta.
Warum ist eine Hochkultur, die solche Tempel errichtete, einfach untergegangen?

Mir schien, es lohnt sich, die Tempelanlage von Tarxien früh zu besichtigen, da bereits vormittags Schulklassen die Anlage fluteten. Nach einem ausgiebigen Rundgang ging ich zurück zur selben Bushaltestelle wie zuvor und setzte mich erneut in die Linie 85 bis zur Endhaltestelle Marsaxlokk.

Eine Kirche in Tarxien, Malta.
Unterwegs in der Nähe des Tempels.

Der alte Fischerhafen mit phönizischem Einschlag – Marsaxlokk

Der Bus hielt direkt am alten Fischerhafen. Schon beim Aussteigen war ich begeistert. Eine wunderschöne Uferpromenade erstreckte sich vor mir. Restaurants säumten den  Weg entlang der Kaimauer. Bunte Fischerboote schaukelten idyllisch auf und ab und mittendrin waren Fischer, die eifrig ihre Netze flickten und für die nächste Ausfahrt richteten. Es war warm und salzige Meeresluft wehte mir entgegen. Die kleinen Bötchen waren wunderschön anzusehen und mir fielen die Augen an der Vorderseite auf. Diese uralte Tradition der Phönizier zog sich bis heute auf Malta fort. Die Phönizier waren ein altes Handelsvolk aus Syrien, die schon um ca. 1000 v. Chr. die Inseln besiedelten, nachdem Jahre zuvor die mystischen Erbauer der Tempel verschwunden waren.

Ein Boot mit den typisch phönizischen Augen in Marsaxlokk, Malta.
Ein Boot mit den typisch phönizischen Augen in Marsaxlokk.
Fischer reparierten die Netze am Hafen von Marsaxlokk, Malta.
Fischer reparierten die Netze am Hafen von Marsaxlokk.
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Ich lief die komplette Promenade mehrmals auf und ab. Sogar einige der Händler boten überraschend geschmackvolle Souvenirs zum Kauf an. Beispielsweise handgefertigte, bunte Ketten mit Anhängern aus poliertem Perlmutt. Sehr zu empfehlen ist es, einmal um den ganzen Hafen, auf die andere Seite bis ans Ende einer hervorstehenden Kaimauer zu laufen. Von hier hat man das perfekte Panorama über den Hafen, inklusive der tollen Fischerboote und der Kirche von Marsaxlokk.

Marsaxlokk-Malta-Reisebericht
Der wunderschöne Blick von der gegenüberliegenden Ausbuchtung.

 

Der Abschluss: Ein Spaziergang nach Birżebbuġa

Von Marsaxlokk lief ich ein Stück entlang der Küstenstraße, bis ein Pfad linker Hand abzweigte. Der kleine Trampelpfad führte durch Blumen, vorbei an einem kleinen Strandstück. Der Blick zurück über Marsaxlokk war fabelhaft. Leider musste man das letzte Stück wieder entlang der Straße laufen. Bei spärlichem Verkehr war dies aber völlig problemlos.

Eine Wanderung am Strand von Marsaxlokk nach Birzebougga.Eine Wanderung am Strand von Marsaxlokk nach Birzebougga.Eine Wanderung am Strand von Marsaxlokk nach Birzebougga.
Eine Wanderung am Strand von Marsaxlokk nach Birzebougga.
Ein schöner kleiner Strand bei Marsaxlokk.

Der Tarxientempel und Marsaxlokk erwiesen sich als weiterer toller Tagesausflug von Valletta. Was ist eure Meinung zu diesem Ausflug? Habt ihr sogar den Fischmarkt in Marsaxlokk miterlebt? Wie hat es euch gefallen? Schreibt es mir in die Kommentare.


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Reisebericht: Der Tarxien Tempel und der wunderschöne Fischerhafen von Marsaxlokk. Malta

Kommentare

  1. Pingback: Tempel und die Blue Grotto - Malta | wasgesternwar.com

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