Drei Tage Freiheit…

Nur mit jeweils einem kleinen Rucksack ging es los, nicht viel mehr als ein T-Shirt und eine Zahnbürste kam mit. Zuerst ging es ein Stück Richtung Süden nach Wat Phu, ein antiker Khmertempel, als kleiner Vorgeschmack auf Angkor Wat. Die Straße war brandneu und super zu befahren, jedoch war alles etwas schlecht ausgeschildert.

Reisfelder

So waren wir uns nicht immer ganz sicher, ob wir wirklich in die richtige Richtung unterwegs waren. Wir waren überrascht, wie wenig Touristen doch die eindrucksvolle Stätte besichtigten, aber gut für uns. Völlig in Ruhe erkundeten wir die Anlage mit ihrer Mischung aus Hinduismus und Buddhismus. Sie war stufenartig angelegt, mit einem geraden Weg und steilen Treppen bis nach oben zu einer heiligen Quelle. Auch ein paar Mönche besichtigten den Tempel, wie überall schossen sie Selfies vor den Tempeln mit ihren IPhones. Für uns immer noch ein seltsamer Anblick, denkt man doch buddhistische Mönche würden möglichst schlicht und bescheiden leben. Auch eine Zigarette nach dem anstrengenden Anstieg durfte für sie nicht fehlen.

Wir sahen die großen Haupttempel ganz unten, den wunderschön angelegten Weg nach oben, viele kunstvolle Reliefs und die Quelle. Man schmunzelte über Touristen, die sich den steilen Hang in Flip Flops hoch quälten und staunte über die filigrane Architektur dieser Hochkultur.

Nach einer kurzen Abkühlung im Museum machten wir uns aus dem kochendheißen Flachland zum Hauptziel unserer Rollertour auf: dem Bolavenplateau. Ein kühleres Hochplateau, die Kaffeanbauregion von Laos und ein wunderschönes Fleckchen Erde mit unzähligen Wasserfällen.

WasserfallHinfahrt
Einer der Wasserfälle auf dem Weg nach Tadlo.

Das Ziel der ersten Tagesetappe war Tad Lo. Ein kleines Dörfchen nordöstlich von Pakse. Überwältig von der Landschaft kamen wir kurz vor Einbruch der Dunkelheit an und fanden einen supergünstigen Homestay für drei Euro. Zwar befanden sich Dusche und Toilette wieder draußen in einem Schuppen und die Unterkunft selbst war nicht mehr als eine Bambushütte, aber für eine Nacht ausreichend. Wir kamen recht spät an, sodass wir den Besuch der Wasserfälle auf den folgenden Tag verschoben. Zuvor hatten wir schon einen Amerikaner und Besitzer der Tad Lo Lodge getroffen. Er ist ein super freundlicher Mensch und erkannte sofort, dass seine Unterkunft über unserem Budget liegt, gab uns darauf hin den Tipp, es weiter unten bei all den Billigunterkünften zu probieren. Trotzdem lud er uns ein, in seinem Restaurant zu essen, etwas zu trinken oder einfach nur das Wlan umsonst zu nutzen.

Nach einer ruhigen Nacht in unserer spartanischen Unterkunft machten wir uns auf zu den ersten zwei Wasserfällen, die in Laufdistanz lagen. Zu dem Dritten, dem Größten von Tad Lo, wollten wir mit unserem Roller fahren. Ich hatte ihn gerade aus dem Wohnzimmer der Familie geschoben, wo wir ihn  nachts untergestellt hatten und wir fuhren ein kurzes Stück bergauf. Leider kamen wir keine 20 Meter, da zog es uns plötzlich das Hinterrad weg. Nur knapp kamen wir noch zum stehen. Schock. Gerade mal noch gut gegangen. Man sah sofort, der Hinterreifen hatte einen Platten. Die ersten zwei Werkstätten konnten uns beide nicht helfen, vermutlich war jeweils der Mann und Mechaniker nicht da. So half es nichts und ich machte mich schon darauf gefasst den Roller bis zur Hauptstraße zu schieben. Jeder kleine Hügel war eine Tortur. Ich hasste mich dafür einen Automatikroller genommen zu haben, konnte man hier doch den Gang nicht heraus nehmen und musste gegen das Getriebe ankämpfen. Doch plötzlich hielt ein Pick-up 5 Meter vor uns und die drei jungen Männer, die ausstiegen reichten uns jeweils ein Wasser, während sie den Roller auf die Ladefläche hoben. Sie brachten uns bis zur nächsten Werkstatt und verabschiedeten sich mit einem freundlichen Lächeln. Zum Glück war wie erwartet nur der hintere Schlauch geplatzt und das Wechseln dauerte nur ein paar Minuten und kostete umgerechnet 3,50€. So konnten wir uns doch noch zum dritten und größten Wasserfall von Tad Lo aufmachen.

Nach diesem wirklich beeindruckenden Anblick ging es noch ein Stück weiter Richtung Norden nach Salavan. Dort wanderten wir über den lokalen Markt und staunten über allerlei Kuriositäten wie lebende Eidechsen die bündelweise an den Schwänzen zusammengebunden verkauft werden. Nach viel Staunen über all die absurden Dinge, wie noch lebende Fische aller Art zusammengepfercht in kleinen Eimern mit kaum Wasser, sowie Schnecken, Frösche und Käfer, fuhren wir weiter.

Von Salavan ging es nun circa die halbe Strecke zurück Richtung Pakse. Wir übernachteten in Paksong in einem netten Guesthouse. Dieses empfahl uns ein sympathischer Amerikaner, bei dem wir den besten Kaffee unseres Lebens tranken. In dem Guesthouse trafen wir drei Deutsche, zwei Frauen die gemeinsam mit den öffentlichen Bussen im Bolavenplateua reisten und einen Mann mit Roller, wie wir. Gemeinsam gingen wir direkt im Restaurant nebenan essen. Zwar war das Essen fein, doch war auch eine größere Gruppe Jugendlicher anwesend, die der liebsten abendlichen Aktivität der Laoten nachging: Karaoke.

Wir unterhielten uns und beschlossen aber schnell nach dem Essen, in den Hof unserer Pension zu wechseln. Hier war es etwas erträglicher und man bekam keinen Hörsturz von den Gesangsversuchen der Dorfjugend. Da wir und der andere Deutsche unserer Gruppe früh wieder los wollten, gingen wir relativ zeitig ins Bett, beschlossen aber, mit ihm die letzte Etappe zurück nach Pakse gemeinsam zu fahren. Wir wollten noch zwei der beeindruckensten Wasserfälle von ganz Laos zusammen bestaunen.

Unsere Route:

Hier ist Teil 2.

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