Ein Fotospaziergang durch Maltas Hauptstadt Valletta

Der Ausblick von der Fähre in Sliema hinüber bis Valletta mir der St. Paul's Pro-Cathedral

Kreuzfahrer, Urlaubsflair und eine interessante Mischung aus Italien, England und Arabien. All das und mehr vereint sich in Maltas Hauptstadt Valletta. Heute möchte ich euch in meiner neuen Serie Fotospaziergänge durch Valletta führen. Trotz Tourismus birst die Hauptstadt Maltas vor Atmosphäre und noch heute kann ich mir gut vorstellen, wie die Ritter des Malteserordens durch die Gassen von Valletta liefen.

Sliema, die moderne Schwester von Valletta

Direkt gegenüber von Valletta liegt Sliema. Eine etwas modernere Version Vallettas, mit netten Hostels und kleinen Hotels. Hier findet man als Tourist eine gute Basis, sollte man ohne Mietwagen die Insel erkunden wollen. Kleine Läden und Restaurants ergänzen das Bild. Aber auch Sliema selbst ist einen Spaziergang wert. Zahlreiche alte Häuser und Kirchen erhalten den Charme Maltas und hippe Cafés und Streetart peppen das Bild auf.

In den Straßen von Sliema findet man typisch maltesische Architektur kombiniert mit britischen Überbleibseln.
Eine typisch britische Telefonzelle in Sliema, ein Überbleibsel aus Kolonialzeiten.

Meinen Fotospaziergang möchte ich hier beginnen, in Sliema. Von meinem Hostel, lief ich durch die kleinen Straßen immer bergab, vorbei an knallroten, britischen Telefonzellen und Briefkästen. Auch in Sliema findet man die typischen, bunten Holzbalkone und die ein oder andere schöne Kirche. Eine Besonderheit, die ich sonst kaum auf der kleinen Insel gesehen hatte, war die hier und da verstreute Streetart.

Streetart in Sliema.
Streetart auf dem Weg zum Fährableger nach Valletta

Vorbei an kleinen Bäckereien, Modeläden und Restaurants, erreichte ich die nobel wirkende Hafenpromenade von Sliema. Von hier legt alle halbe Stunde eine Personenfähre ab, um das kurze Stück hinüber auf die Landzunge von Valletta zu meistern. Allein schon der Anblick der mächtigen Stadt und der riesige Dom der St. Paul’s Pro-Cathedral bei der Überfahrt lassen meine Vorfreude steigen.

Der Ausblick von der Fähre in Sliema hinüber bis Valletta mir der St. Paul's Pro-Cathedral
Der Ausblick von der Fähre in Sliema hinüber bis Valletta.

Der erste Eindruck

Zunächst hatte ich keinen wirklichen Plan, als ich auf der anderen Seite in Valletta aus der Fähre stieg. Meine erste Intention: erst einmal bergauf. Und bergauf ging es für so eine kleine Stadt ein gutes Stück und das auch noch steil. Schnell aber fand ich mich wieder in dem perfekt rechteckigen Gitter der Gassen von Valletta, diese waren so wie der Rest der Stadt perfekt geplant und sollten einen schnellen Transport von Versorgungsgütern, Munition und Truppen gewährleisten. Mir fiel die unermessliche Zahl an kleinen Holzbalkonen auf, von denen es in Sliema deutlich weniger gab. Hier aber schienen sie eine absurde Übertreibung zu sein. Ich verliebte mich sofort in die bizarren Fassaden.

Dutzende Balkone direkt neben der St. Pauls Pro-Cathedral.

St. Paul's Cathedral in Valletta.

Zuerst wollte ich zur St-Paul’s Pro-Cathedral laufen, welche von Sliema aus so imposant wirkte. Schnell erkannte ich aber, dass die Kirche, nun von der Rückseite gar nicht mehr so spektakulär wirkte, wie vom Wasser. Und wer schon einmal eine mittelalterliche Kirche in Italien gesehen hat, der wird wenig fasziniert sein. Die Kirchen wirkten von innen alle relativ ähnlich.

Die Kuppel einer der Kirchen in Valletta.
Die Kuppel einer der Kirchen in Valletta.

Weiter durch die Gassen, verlor ich mich irgendwann und bestaunte die wunderschönen Ausblicke hinab aufs Wasser, und hoch zu den Balkonen, Kuppeln und Kirchtürmen der Stadt.

Bunte Balkone in der Sonne von Valletta, Malta.

Fischer neben einem historischen Gebäude in Valletta.
Fischer neben einem historischen Gebäude.
Wunderschöne Architektur in Valletta aus dem typisch rot-braunen Stein der Insel.
Eine der wenig befahrenen Straßen von Valletta.
Heiligenfigur in Valletta.
Kleine Heiligensymbole sind überall in dem christlichen Malta zu finden.

Valletta oder il-Belt, eine gigantische Festung

Die Stadt besitzt so viele Festungen, Forts und Verteidungsanlagen, dass man sagen könnte, Valletta ist eine einzige große Festung. Mit dem unten in der Bucht liegenden Grand Harbour bildete Valletta nach eigenen Worten der Malteser “eine der letzten Festungen Europas gegenüber den Osmanen”. Nachdem die Malteser sowohl in Jerusalem als auch auf Rhodos ihre Heimat verloren hatten, mussten sie notgedrungen nach Malta umsiedeln. Valletta oder auch il-Belt genannt, war es auch, wo gigantische Schlachten stattgefunden hatten, wie die Belagerung durch die Osmanen im Jahr 1565. Der Sieg in eben dieser Schlacht, brachte dem untergegangenen Orden das Ansehen zurück und Valletta wurde weiter zu seiner heutigen Erscheinung ausgebaut.

Der ausblick über das heutige Valletta mit seinen Kirchen.
Der Blick über das heutige Valletta.

Von den Upper Barrakka Gardens, die heute ein beliebter Park sind, konnte früher der ganze Grand Harbour inklusive der gegenüberliegenden Landzunge in Beschuss genommen werden. Hier stand ich gerne und malte mir die riesige osmanische Flotte aus, wie sie die Kreuzritter zu vernichten droht, welche mit einer aussichtslosen Unterzahl schließlich doch gewannen.

Der Grand Harbour von Valletta wird scheinbar auch heute noch militärisch genutzt., wie hier mit einem riesigen Flugzeugträger.
Der Grand Harbour von Valletta wird scheinbar auch heute noch militärisch genutzt.
Eine der Festungen am Grand Harbor in Valletta.
Eine der Festungen am Grand Harbor.

Eine weitere Besonderheit der Upper Barrakka Gardens ist die Saluting Battery. Eine Tradition, die in vielen ehemaligen britischen Kolonien auch heute noch gepflegt wird. Um 12.00 Uhr ertönt hier ein lauter Kanonenschuss, der den Einwohnern früher verriet, dass es nun Mittag sei. In Zeiten von Smartphones, hat dies natürlich niemand mehr nötig und das Schauspiel dient eher zur Belustigung der Touristen.

Die Saluting Battery in Valletta bei den Upper Barrak Gardens.
Die Saluting Battery pünktlich um 12 Uhr abgefeuert.

Auf Erkundungstour durch Valletta

Auf die weiteren Sehenswürdigkeiten werde ich nicht näher eingehen, da ihr alle im Internet oder einem Reiseführer findet. Ich genoss es mehr, ziellos weiterzulaufen, da mir kaum eine der Sehenswürdigkeiten im besonderen hängen geblieben ist. Es ist eher das Gesamtbild von Valletta was mich verzaubert hat.

Grand Harbor in Valletta.Straße in Valletta.Die St Paul's Cathedral in Valletta in Malta.Weitere wunderschöne Balkone in Valletta.

Essenstipp in Valletta:

Für ein kleines oder größeres Mittagessen ist das Café/Restaurant des Deutsch-Maltesischen Zirkels ideal. Von Sandwiches und Kuchen bis hin zu sehr frischen, wechselnden Tagesgerichten findet ihr hier alles. Ein Meeresfrüchterisotto kostete hier nur ca. 7 Euro.

Ebenso empfehlen kann ich auch das Cafè Cordina direkt an der Republic Street. Die Inneneinrichtung ist wunderschön antik und die Tische draußen an der belebten Straße super, um die Atmosphäre Vallettas zu genießen. Zwar ist das Café etwas teurer, dafür gibt es eine riesige Auswahl und typisch maltesisches Gebäck.

Das Café Cordina an der Republic Street in Valletta.
Das Café Cordina an der Republic Street.

Gut gestärkt geht es weiter durch die Altstadt Vallettas.

Die steilen Straßen von Valletta.
Die steilen Straßen von Valletta.

Auch wenn die Hauptstraßen und insbesondere die Fußgängerzone gut gefüllt sind, findet man zahlreiche Ecken, in denen man das gefühlt hat, allein zu sein oder einen besonderen Moment zu erleben. Besonders für Fotografen bietet Valletta tausende schöne Motive.

Café in Valletta
Solch versteckte Ecken haben mich verzaubert in der maltesischen Hauptstadt.
Ein Laden in schwarz weiß in Valletta.Kirche Valletta

 

Ich hoffe mein Spaziergang durch die Gassen Vallettas hat euch gefallen. Was haltet ihr von der neuen Serie “Fotospaziergänge”? Wie habt ihr Valletta und Malta im allgemeinen empfunden? Schreibt es mir in die Kommentare!


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Kommt mit auf einen fotografischen Spaziergang durch Valletta, Malta! Eine Reise zu den Kreuzrittern.

Kommentare

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