Ein Kreis schließt sich

Kurz vor dem Ende meiner wundervollen Reise schloss sich ein Kreis.  Ein halbes Jahr zuvor, im Flugzeug auf dem Weg nach Bangkok, blätterte ich durch eine ausgelegte Zeitschrift.  Nach einiger Zeit fiel mein Blick schlagartig auf das Bild einer riesigen Steinsäule, auf dessen Spitze ein Haus thronte. Ein Kloster.  Nur über eine immense Leiter ist das kleine Haus zu erreichen und direkt daneben,  ein Flaschenzug. Dieser dient dazu, Lebensmittel nach oben zu  transportieren. Als ich den kurzen Artikel unter dem Bild las, musste ich lächeln. Die Steinsäule steht in Georgien. Das letzte geplante Land meiner bevorstehenden Reise.

KathskiFerne

Knapp ein halbes Jahr später, stehe ich nun hier an der Hauptstraße. Ein Feldweg rechts von mir führt zur Katskhi-Säule. Dem oben genannten Kloster. Drei georgische, junge Männer haben mir geholfen, an der richtigen Stelle aus dem Bus auszusteigen. Jetzt laufen sie ein kurzes Stück hinter mir, ebenfalls zu der Säule.  Schon von weitem erkennt man den mächtigen, steinernen Pfeiler, der einsam in die Höhe ragt. Fast vierzig Meter senkrecht nach oben. Gelegentlich bleibe ich stehen, um ein Foto zu schießen. Je näher ich der Säule komme, umso  spektakulärer wird der Blick. Steil nach oben ragt die Säule. Ich erhasche Blicke auf das sich darauf befindende Kloster.

Nach oben darf man leider nicht. Heutzutage lebt hier wieder ein Mönch. In völliger Abgeschiedenheit. Isoliert von der Außenwelt. Schon über tausend Jahre zuvor ist hier ein Kloster gestanden, dessen Mönche in völliger Askese auf der Säule gelebt haben. Auch unterhalb des Katskhi-Monolithen gibt es eine kleine Kapelle. Nicht so besonders wie ihr Nachbar, aber ganz nett.
Viel mehr, als auf den Pfeiler zu starren und ein paar Fotos zu machen gibt es hier aber nicht zu tun.

Zurück an der Hauptstraße stellt sich die Frage: “Wie komme ich zurück?” Keine Ahnung, wann hier mal wieder ein Bus vorbei kommt. Ich probiere es per Anhalter. Obwohl ich bisher in der kompletten Region, also Türkei, Armenien und Iran inkl. Georgien nur gute Erfahrungen gemacht habe, will mich hier wohl niemand mit zurück nehmen. Keine Ahnung, was ich falsch mache. Nach gut einer dreiviertel Stunde kommt ein Mashrutka (Minibus) angeholpert. Er stoppt für mich und ich sehe meine Rückreise gesichert. Aber verdammt. Er fährt nicht dahin, wo ich will. Weder zurück in die Stadt, noch bis zum großen Highway auf halber Strecke. Toll. Wieder stehe ich an der Straße und immer noch scheint keines der passierenden Fahrzeuge mich mitnehmen zu wollen. Kurze Zeit mache ich mir Sorgen, wie ich heim komme. Dann aber hält erneut ein Mashrutkha für mich. Und tatsächlich. Er fährt direkt zurück bis in die Stadt, Kutaisi.

Pferde

In Kutaisi selbst schaue ich mir die zahlreichen wunderschönen Kirchen und Klöster in und um die Stadt an. Des Weiteren gibt es einen lebhaften, großen Markt mit vielen georgischen Delikatessen. Anscheinend besuchen nur wenige Touristen den Markt, so bekomme ich zahlreiche Blicke zugeworfen und viele der Standbesitzer sprechen mich an. Eine ganze Gruppe älterer Männer kann sogar etwas Deutsch.

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