Erholung im Wald

Der Norden und insbesondere die Küstenregion am kaspischen Meer zählen zum Traum eines jeden Iraners. Hier gibt es das, was man in 95% des Landes vergeblich sucht. Nein. Keinen Alkohol oder Schweinefleisch.  Auch keine unverschleierten Frauen in  Miniröcken. Viel simpler als das. Es gibt Wasser. Viel Wasser. Es gibt das Meer, und auch wenn es nicht zu den saubersten Gewässern zählt, ist es nun mal für  Wüstenbewohner etwas Besonderes. Und im Gegensatz zum persischen Golf, regnet es hier oft und dementsprechend ist die Landschaft grün. Unmittelbar hinter der Küste erstrecken sich zahlreiche Hügel und Berge mit dichtem Wald. Oder Dschungel, wie die Iraner sagen. Hier im grünen Hinterland liegt Masuleh.

Ein kleines, malerisches Örtchen, dessen Häuser wie gestapelt sind. Das Dach des unteren Hauses bildet die Terrasse und Straße für das Häuschen darüber. Des Weiteren gab es eine kleine Moschee und zahlreiche Restaurants und ein paar Hotels. Der Ort ist beliebt bei iranischen Tagesausflüglern, von denen nur wenige übernacht bleiben.

MassulehBlick

Ruhe und Entspannung in Masuleh

Hier fand ich etwas Erholung und Ruhe nach den Strapazen der letzten Tage. Ich spazierte entlang der Gassen und viele der Dächer bzw. Terrassen boten tolle Blicke auf das Dorf. Nach Wochen in großen, heißen Städten und in der staubigen Wüste, war es eine schöne Abwechslung, mal in einer gänzlich anderen Landschaft zu sein. Denn selbst die schneebedeckten Berge des Alborzgebirges waren überwiegend kahl gewesen. Hier aber, umgab ein dichter Wald das ganze Dorf und ein kleiner Bach floss durch das Dorf, welcher an einer Stelle einen kleinen Wasserfall bildete. Hier erkannte man erneut, welche Faszination Wasser auf die hitzegeplagten Iraner ausübte. Jeder wollte ein Foto von sich vor dem Wasserfall. Alte Frauen verkauften getrocknetes Obst und niemand war zu aufdringlich. Auch wenn manchmal die iranischen Tagesausflügler den Ort etwas überschwemmten.

Einmal unternahm ich einen Spaziergang zum gegenüberliegenden Hang. Von hier hatte man einen tollen Blick auf das Dörfchen. Ansonsten passierte ehrlich gesagt nicht viel Spannendes und ich brauchte einfach mal wieder etwas Urlaub vom Reisen. Es war eine Wohltat, auszuschlafen und gemütlich ohne Druck umherzuschlendern. Außerdem genoss ich das schmackhafte Essen. Die Region ist als kulinarische Hochburg des Irans bekannt. Nachdem ich mich zwei Tage lang etwas verwöhnt hatte, ging es dann auch schlussendlich weiter.

Masuleh bei NachtMasuleh aus der FerneNebel in Masuleh
Massuleh mit seiner Moschee
Die Moschee.

Kommentare

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