Esfahan nesf-e jahan

Esfahan ist die halbe Welt! So beschrieb ein iranischer Poet die Stadt in einem viel zitierten Halbreim. Und tatsächlich ist Esfahan unangefochten meine liebste Lieblingsstadt im Iran. Wer schon einmal im neuen Teil einer Großstadt im Mittleren Osten war, wird mir zustimmen können, dass es meist staubige, gesichtslose Moloche sind, in denen man nur zwangsweise verweilt. In Esfahan ist das anders. Würde ich gezwungen sein, in einer iranischen Stadt zu leben, würde ich, ohne mit der Wimper zu zucken Esfahan wählen. Insbesondere für den Iran ist Esfahan sehr liberal und westlich. Auch war es der erste Ort im Iran, der wirklich wie in meiner Vorstellung war. Moscheen, wie aus tausend und einer Nacht, ein hektischer Basar und altertümliche Brücken.

Die Top Ten im Iran. Hier seht ihr die wunderschöne Shah Moschee in Esfahan

 

Ein Händler im Basar von Esfahan mit bunten Gewürzen.
Ein Bazaari auf dem Markt von Esfahan.

Der zweitgrößte Platz der Welt in Esfahan

Als erstes muss man natürlich den Imamplatz erwähnen. Der zweitgrößte öffentliche Platz der Welt ist so groß, dass hier früher Polo gespielt wurde. Umrahmt wird er gänzlich vom sehr schönen Basar Esfahans und noch dominanter, von der Imam Moschee. Ein gigantisches, blau gefliestes Portal öffnet sich zu einer Seite des Platzes. Dahinter befindet sich die noch viel monströsere Moschee mit gigantischem Iwan und Dom. An einem Tag führte mich eine Studentin von couchsurfing hier durch den Basar und den Platz, wodurch ich viele der Händler und weitere Studenten kennen lernte. Ich wusste bereits, dass auch hier im Iran viele von einem Studium im Ausland träumen, jedoch wusste ich nicht, dass bei so vielen jungen Iranern Deutschland ganz oben auf der Wunschliste steht.

Wunderschöne blaue Fließen an einer Moschee in Esfahan im Iran.Gewürze auf dem Markt in Esfahan.Die schönste Stadt im Iran. Die Freitagsmoschee von Innen in Esfahan.Die schönste Stadt im Iran. Die Freitagsmoschee von Innen in Esfahan.Die schönste Stadt im Iran. Die Freitagsmoschee in Esfahan.

Auf Erkundungstour im armenischen Viertel Jolfa

Anschließend machte ich mich noch alleine auf,  das armenische Viertel der Stadt zu besichtigen. Hierher wurden im Mittelalter armenische Kunsthandwerker gebracht, die wegen ihrer besonders feinen Arbeiten berühmt waren. Ihnen wurden viele Rechte eingeräumt, wie auch die Freiheit, ihren Glauben zu praktizieren. Deswegen gibt es hier noch mehrere armenische Kirchen. Kunstvoll gebaut und mit, wie ich finde, zum Teil sehr makaberen Wandmalereien verziert. Eben genauso blutig, wie die Bibel und die Geschichte der Kirche.

Zurück zum Hostel machte ich noch einen kleinen Umweg. Ich nahm einen Bus, der mich zunächst etwas in die augenscheinlich falsche Richtung brachte, um anschließend eine alte Sandsteinbrücke zu überqueren und entlang der  Uferpromenade zurück zu schlendern. Vorbei an zwei weiteren Brücken, für die Esfahan so berühmt ist. Immer weiter durch eine parkartige Anlage, in der man Familien picknicken sah.  Viel ungewöhnlicher aber waren die Leute, die in der Öffentlichkeit Sport machten und die unverheirateten Paare, die im Gras lagen…alles eher ungewöhnliche Aktivitäten im Iran.

Die schönste Stadt im Iran. Esfahan. Hier die armenische Kirche im Viertel Jolfa.Die schönste Stadt im Iran. Esfahan. Hier die armenische Kirche im Viertel Jolfa.Die schönste Stadt im Iran. Esfahan. Hier eine weitere Brücke in Esfahan.Die schönste Stadt im Iran. Esfahan. Hier eine weitere Brücke in Esfahan.

Nicht verpassen: die Brücken bei Nacht!

An einem anderen Tag machte ich einen Ausflug an den Rand der Stadt, um einen zoroastrischen Feuertempel zu besichtigen. Außerdem zog ich los, um ein paar nahegelegene Türme aufzuspüren, in denen Tauben gehalten wurden. Deren Kot wurde als Dünger verwendet. Ehrlich gesagt war das mal wieder eine kleine Enttäuschung. Der Feuertempel bestand wirklich nur aus ein paar Steinen am Boden und für die Taubentürme stapfte ich eine Stunde durch Gärten und Felder und fand nur zwei Exemplare, in die man nicht einmal hinein konnte.
Letzten Endes war ich etwas frustriert und setzte mich wieder in eine der schönen Grünanlagen in der Nähe des Flusses und aß ein Eis.

Eine lustige Geschichte wiederfuhr mir, als ich eines Abends gemeinsam mit einem Holländer, den ich zuvor schon in Yazd getroffen hatte unterwegs war. Wir wollten eigentlich zu den stimmungsvoll beleuchteten Brücken, um ein paar Fotos zu schießen, als uns diese Szene ins Auge stach.

Die schönste Stadt im Iran. Esfahan. Hier die Si-o-se Pol (Brücke).

Die spinnen doch die Römer… äh Perser. Veranstalteten die hier etwa mitten auf der Straße ein Barbecue? Bei der iranischen Liebe zu Kebab, würde es mich nicht wundern. Aber wir wurden in gebrochenem Englisch eines Besseren belehrt. In das Feuer wurden Kräuter gestreut, um mit dem Rauch vorbeifahrende Autos zu weihen. Da bald ein Festtag anstehe, gehöre dies zur Tradition. Deswegen wurde auch überall in der Stadt Saft und zum Teil Kuchen umsonst verteilt.

Wart ihr auch schon einmal im Iran? Was war euer schönster Ort? Und wie hat euch Esfahan gefallen? Erzählt es mir in den Kommentaren! Ich persönlich hoffe, bald noch einmal in den Iran zu reisen.

Die schönste Stadt im Iran. Esfahan. Hier die Si-o-se Pol (Brücke).
Die Si-o-se Pol (Brücke) in Esfahan bei Nacht.

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Die schönste Stadt im Iran! Esfahan verzaubert mit seinen blauen Moscheen und dem riesigen Basar! Komm mit auf eine Entdeckungsreise in den Iran!

Kommentare

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