Himalaya und Hinduismus

Um ehrlich zu sein, nach dem Erdbeben und meinem kleinen Urlaub in der Pension “Rupa View” ist für mich eigentlich nichts Spannendes mehr in Nepal passiert. Ich verbrachte noch ein paar Tage im Chitwan Nationalpark. Dort beschäftigte ich mich mit zwei Radtouren und damit, den Elefanten zuzuschauen, wie sie es genießen gebadet zu werden. Ich schlenderte herum und lauschte dem  Regen vom riesigen Balkon meiner Unterkunft, wie er auf das Dach prasselte. Wobei Regen etwas untertrieben ist, es war ein monsunartiger Sturzbach.

Eine der Fahrradtouren artete spontan etwas aus, als ich einen Franzosen traff und wir viel zu weit fuhren. Wir mussten unsere Räder kurzerhand auf das Dach eines Lokalbusses verfrachteten, um wieder zurück zu kommen. Immerhin bekamen wir einiges zu Gesicht. Weit ab von den Touristen, redeten wir mit den Einheimischen und bekamen ein sehr traditionelles und simples Dorf aus Lehmziegeln zu sehen. Die Straßen hier waren nur leider in einem furchtbaren Zustand und man fuhr entweder auf  sehr losem Kies oder einer Aneinanderreihung von Schlaglöchern.

Meinen letzten Tag verbrachte ich mit ein paar Erledigungen in Kathmandu. Die Stadt war wirklich schwer vom Erdbeben getroffen worden. Wobei sich ein sehr durchwachsener Eindruck ergab. Natürlich bin ich nicht in den Kern der Altstadt gegangen. Alles ist schon schlimm genug ohne hunderte Touristen die gaffend durch die Trümmer stapfen. Aber in den anderen Teilen der Stadt waren manche Gebäude und ganze Straßenzüge gänzlich unversehrt, andere Gebäude wiederum zeigten große Risse in der Fassade, waren teilweise eingestürtzt oder sogar auf andere Gebäude gekippt. Die Stadt war in manchen Gegenden ein Trümmerhaufen und in anderen hatte man den Eindruck es sei nie etwas passiert.

Abschließend bleibt nur zu sagen: auf Wiedersehen Nepal! Ein Land, das mich in die hinduistische Kultur eingeführt hat. In diese etwas bizarre Religion. In anderen Religionen heutzutage wäre es undenkbar, aber im Hinduismus sind Tieropfer immer noch normal und es finden sich Schnitzereien von Sexszenen an den Tempeln. Mittlerweile würde ich sogar Indien besuchen auch wenn es immer auf meiner schwarzen Liste an Reisezielen stand. Noch mehr Lust hat es mir aber auf den  Himalaya gemacht. Andererseits bin ich auch froh, das Meiste im Kathmandutal besichtigt zu haben, die wunderschönen Altstädte, die als Weltkulturerbe gelten. Insbesondere diese hat es ja angeblich fast gänzlich zerstört. Nächstes Mal dafür, würde ich aber gerne nach Nepal kommen, um zu wandern. Ausreichend vorbereitet und mit einem Wanderpartner würde ich gerne eine der Trekkingtouren bewältigen. Möglichkeiten gibt es ja schier unendlich viele…

Also auf ein Wiedersehen Nepal!

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