In der griechischen Unterwelt – Kong Lor

Unser Bootsmann ging schnell voraus. Wir drei liefen ins Nichts, unsere Augen gewöhnten sich nur schwerlich an die Dunkelheit der Kong Lor Höhle. Die Boote vor uns waren zwar noch gut zu erkennen, doch dahinter gab es für unsere, von der grellen Mittagssonne geplagten Augen nichts. Wir alle hatten unsere Stirnlampen, doch abgesehen von der etwas Helleren unseres Bootsmanns, reichten unsere gerade mal aus, um grobe Umrisse zu erkennen.

Wir fuhren also los, los in das Unbekannte vor uns. In unserem kleinen motorisierten Einbaum, nur zu dritt plus Führer schaukelten wir ins Schwarze. Siebeneinhalb Kilometer ging es durch die Kong Lor Höhle. Nur an einer Stelle ca. nach einem Drittel gab es eine beleuchtete Stelle. Dort stiegen wir das erste Mal aus. Unser Fahrer gab uns mit Handzeichen zu verstehen, er würde auf der anderen Seite des Fußwegs warten. Wir liefen, ausnahmsweise im Trockenen, durch riesige Stalaktiten und Stalagmiten. Es gab sogar zusammengewachsene Steine, die wie Säulen wirkten und viele weitere verrückte Formationen. So spazierten wir zwischen jahrtausendealtem Gestein und erreichten unseren Steuermann, welcher geduldig auf uns wartete.

Im inneren der Kong Lor Höhle
Die bizarre Formationen in der Kong Lor Höhle.

Die endlose Schwärze der Kong Lor Höhle

Weiter ging es durch das Nichts. Man fühlte sich wie in der griechischen Mythologie, wenn der Fährmann einen gegen einen Obolus über den Fluss Styx in die Unterwelt brachte. Nun mussten wir mehrmals mitten im Nichts aussteigen, weil unser Boot auf Grund gelaufen war. Zur Trockenzeit fließt zu wenig Wasser durch die Höhle, um alle Stellen zu passieren. Somit wurde auch klar, weshalb überhaupt nur so kleine Boote mit maximal vier Personen die Höhle durchqueren. Es war zwar beschwerlich, jedoch schafften wir es zu dritt das Kanu jedes mal wieder durch den Kies zu befördern. Nach einer gefühlt endlosen Bootsfahrt, während welcher wir mit unseren Stirnlampen versuchten möglichst viel der Höhle zu sehen , erreichten wir das Ende. Auf der anderen Seite machten wir eine kurze Pause und hatten Zeit für einen kleinen Snack.

Licht am Ende des Tunnels

Wir unterhielten uns mit unserem Mitpassagier, einem Schweizer, welchen wir am Tag zuvor schon gesehen hatten. Zufällig trafen wir ihn, bevor wir die Höhle betraten,  an der  Kasse wieder und beschlossen die Kosten für das Boot zu teilen. Jedoch gab es auf dieser Seite nicht viel außer ein paar badenden Kindern und wir machten uns schnell auf zur düsteren Rückfahrt.

Erneut passten sich unsere Augen nur langsam an und das erste Stück, durch welches wir direkt am Anfang waten mussten erzeugte ein ungutes Gefühl. Man trat förmlich ins Leere und sah nicht mal die Hand vor Augen. Selbst jetzt ohne den Zwischenstopp dauerte die Rückfahrt eine Dreiviertelstunde im völligen Dunkeln. Nur die lauten Rufe von Fledermäusen waren zu vernehmen. Mehrmals mussten wir erneut das Boot ziehen. Unser Bootsmann musste jedes Mal lachen. Warum auch immer. Über uns? Über die Tatsache stecken zu bleiben? Dass er sich nur schlecht mit uns verständigen konnte? Vielleicht war er, wie fast alle Laoten, auch nur ein fröhlicher Mensch.

Im inneren der Kong Lor Höhlen.Im inneren der Kong Lor Höhlen.Im inneren der Kong Lor Höhlen.Im inneren der Kong Lor Höhlen.Im inneren der Kong Lor Höhlen.

Auch das Dörfchen ist sehenswert

Wir warteten die Mittagshitze ab und unternahmen danach noch einen Spaziergang um das wunderbar gelegene kleine Dörfchen und aßen zu Abend. Dabei trafen wir ein deutsches Ehepaar. Er war Rentner und konnte sich mit einer achtmonatigen Reise durch Asien und vier Monaten in Neuseeland den Traum von völliger Freiheit verwirklichen – zumindest für ein Jahr. Es ist immer wieder spannend was für unterschiedliche Menschen mit völlig unterschiedlichen Motivationen zum Reisen man trifft…

Die wunderchöne Landschaft um die Komg Lor Höhle in Laos.Die wunderchöne Landschaft um die Komg Lor Höhle in Laos.Die wunderchöne Landschaft um die Komg Lor Höhle in Laos.Die wunderchöne Landschaft um die Komg Lor Höhle in Laos.
Die wunderschöne Natur um die Kong Lor Höhlen in Laos.
Die wunderschöne Natur um die Kong Lor Höhlen in Laos.

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Eine Bootsfahrt durch die gigantischen Höhlen von Kong Lor und das malerische laotische Dorf umgeben von wunderschöner Natur.

 

Kommentare

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