Kulinarische Spezialitäten und eine Altstadt mit Flair.

Der zweite Tag in Prag begann genauso früh wie der Erste und schon um acht Uhr morgens standen wir, dank meiner  straffen Planung, auf dem Platz vor dem alten Prager Rathaus. Das dortige Highlight und ein Must-See für alle Touristen war die alte astronomische Uhr. Insbesondere das Glockenspiel zog stündlich riesige Horden an, die sich gaffend und ihr Handy zückend versammelten. Auch wir folgten dem Schauspiel, jedoch waren wir so früh auf dem Platz, dass erst wenige andere Touristen vor Ort waren und man es in relativer Ruhe genießen konnte. Gott sei Dank  bin ich so klein und kann mich in Mengen auch leicht hoch heben lassen, um besser zu sehen. Zur selben Zeit öffnete auch der Aussichtsturm seine Tore und wir ergriffen die Chance und waren unter den ersten Leuten, die den Turm an diesem Tag betraten. Von oben hatte man eine gigantische Aussicht über die Dächer Prags und den umliegenden Platz mit seinen Kirchen. Wir spähten Ziele für den heutigen Tag aus und beschlossen letzten Endes, relativ ziellos durch die engen Gassen zu ziehen und dem Gewirr an Straßen und überdachten Passagen zu Folgen.

GlenRathausturm

Wir passierten zahlreiche andere Sehenswürdigkeiten, wie den Pulverturm und weitere Kirchen. Zufällig kamen wir an mehreren Märkten vorbei, auf denen es neben kitschigen Souvenirs auch frisches Obst, Gemüse und leckere Snacks gab.

 

Am Ende des Tages steuerte ich meine Freunde noch in Richtung des jüdischen Viertels. Die dortige Architektur übertraf die meisten der anderen Bauten um Längen und es gab insgesamt fünf Synagogen zu besichtigen. Prag besaß vor den Wirren des zweiten Weltkriegs eine der größten jüdischen Gemeinden Zentraleuropas: Prächtige Synagogen und ein großer, mystisch anmutender Friedhof mitten in der Prager Altstadt. Mit einem Kombiticket konnte man vier der Synagogen besichtigen, die heutzutage als Museen und Mahnmal fungieren. Architektonisch waren alle Moscheen ein Highlight, jedoch war ich überrascht, wie wenig sich die Synagogen von so manch christlicher Kirche unterscheiden. Es gab Orgeln, und wo sonst Kreuze sind befand sich der Davidstern und es gab einen Altar. Mit so vielen neuen Eindrücken im Gepäck konnten wir zufrieden nach Hause gehen.

 

Abends wollte ich erneut ein paar der tschechischen Spezialitäten probieren. Meine Freunde aßen Fleisch mit Kartoffelpüree. Typisch für die tschechische Küche. Wohingegen ich nur eine Vorspeise mit saurer Wurst und Brot hatte. Wie überall in Prag, war das Mahl wirklich günstig. Im Schnitt 5 bis 6 Euro kostet ein Hauptgericht. Nach dem Abendessen fuhren wir noch einmal in die Altstadt und schlenderten über die immer noch belebte Karlsbrücke und entlang des Flusses.

FlussNacht
Auf der Karlsbrücke.
BrückeNacht
Blick auf die Festung bei Nacht

Unseren letzten Tag verbrachten wir etwas gemütlicher und ich führte meine Freunde zur zweiten großen Befestigungsanlage Prags. Etwas südlicher gelegen und direkt am Fluss, bot sich von hier ein toller Ausblick auf  die Stadt. Gleichzeitig mit uns, war auch eine Hochzeitsgesellschaft vor der großen, gotischen Kirche. Nachdem wir lange den Ausblick genossen hatten, spazierten wir entlang des Flussufers zurück in die Stadt. Entlang der Moldau gab es in diesem Bereich zahlreiche Boote, die als Bars viele Gäste bewirteten. Ebenso war gerade eine Art Festival zugange und es gab diverse Stände mit Essen und Getränken. Wir kamen auch an dem berühmten Tanzenden Haus vorbei, welches für mich etwas fehlplatziert wirkt. Die Moderne Architektur bildet einen starken Kontrast zu der sonst so homogenen Altstadt.

Abends packten wir unsere Sachen und ich wurde etwas traurig, schon wieder nach Hause fahren zu müssen. Es bereitet mir jedes Mal riesige Freude, mit meinen Freunden von wasgesternwar unterwegs zu sein und für sie zu schreiben.

Somit verabschiede ich mich wieder einmal von euch, liebe Leser. Ich hoffe ich konnte euch, genau wie meinen Freunden, Prag ein wenig näherbringen. Insgeheim hoffe ich auf ein baldiges Wiedersehen, hier mit dem Blog oder draußen in der Welt auf reisen.

GlenUnscharf

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