Land und Leute

Es ist eine sehr zwiespältige Erfahrung mit den Menschen hier in Südostasien. Der Kontrast könnte kaum größer sein.

Im Kontakt mit Menschen trifft man immer auf zwei grundlegend verschiedene Sorten von Einheimischen. Die Einen, die auf irgend eine Weise ihr Geschäft mit Touristen machen, sei es der aufdringliche Taxifahrer, der verzweifelte Guesthousebesitzer, der seine Zimmer unbedingt voll bekommen möchte, oder die tausendste Souvenir- oder Essenverkäuferin, die glaubt westliche Touristen wären einem konstanten Konsumrausch verfallen.

Auf der anderen Seite trifft man Einheimische, die in uns keine wandelnden Geldautomaten sehen, die keine völlig überzogenen Preise verlangen und nicht bewusst falsche Informationen streuen, um sich damit einen Vorteil zu verschaffen. Oft hat man schon fast Zweifel auf der Straße jemanden nach dem Weg zu fragen, da er einen sowieso nur wieder in sein Guesthouse lotsen will oder einem anbietet uns dort hin zu fahren, für etwas Bares selbstverständlich.

Und dann gibt es die Momente, in denen uns ein Wildfremder ( ohne dass wir fragen ) die richtige Richtung weist, oder sogar bis vor die Haustür fährt. Es gibt Leute, die faire, richtige Preise verlangen und diejenigen, mit denen man sogar um eine Flasche Wasser verhandeln muss. Es gibt die, die einem ein tolles Zimmer für 6 Dollar geben und die, die einem das letzte Drecksloch für 12 Dollar anbieten und dann noch behaupten, das sei das Günstigste in der ganzen Stadt.

Räucherstäbchen

Man muss sich immer wieder bewusst vor Augen rufen, was für gastfreundliche, liebe Menschen hier doch leben und dass die nervigen Betrüger und Halsabschneider eben nur ein trauriges Nebenprodukt vom schieren Überangebot sind. Letzten Endes will eben jeder ein Stück vom Kuchen, auch wenn er zu unmoralischen Methoden greifen muss, um seine Familie zu ernähren. Denn in diesem Punkt unterscheiden sich die Menschen hier von niemandem auf der Welt, sie wollen ihre Kinder großziehen, um die sie sich doch so liebevoll kümmern.

Andererseits leben gerade Menschen die in der  Tourismusbranche tätig sind fern ab von der Armutsgrenze. Und eigentlich sollte man von jedem Menschen ein gewisses Maß an Respekt erwarten, unabhängig vom Einkommen oder sozialer Situation. Jeder sollte verstehen, dass das tausendste Mal “Nein” auch “Nein” heißt und niemand gerne am Arm ins Geschäft gezerrt wird.

Alles in allem überwiegen aber die positiven Eindrücke und ich werde wohl nie aufhören, mich auf die Bekanntschaft netter Menschen zu freuen. Denn langsam fängt man an, alle anderen lästigen Nebeneffekte zu ignorieren.

Nachtmarkt

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