Marrakesch – Ein Spaziergang durch die rote Stadt

Hier geht es zum ersten Teil meines Marrakesch Berichts, falls ihr den verpasst habt. Dieser zeigt die Stadt aus der Sicht eines Koranschülers.

Mellah

Im jüdischen Viertel Marrakeschs haben wir kaum Touristen gesehen. Während sich in der Medina Souvenirläden aneinanderreihen und viele der alten Häuser zu teuren Riad-Hotels umgestaltet worden sind, scheint die Mellah noch wenig von dieser Entwicklung zu merken. Jedoch ist der Tourismus auch hier nicht an den Menschen vorbeigezogen und jeder Zweite bietet sich als Möchtegern-Guide an, um dann eine astronomische Geldforderung zu stellen, nur, weil er jemandem eine Minute lang den Weg gezeigt hat, obwohl man nicht einmal danach gefragt hat. Zugegeben, die Synagoge ist etwas versteckt, dennoch ist es nicht allzu schwer, sie ohne Hilfe zu finden. Insbesondere wenn man zuerst den jüdischen Friedhof besichtigt, wo es eine Karte gibt und man auch noch einmal ohne Bakschisch nach dem Weg fragen kann.

Jedoch, war es keine gute Idee, den Friedhof in der glühenden Mittagshitze zu besuchen, nachdem es ohnehin schon an die 40 Grad hatte. Trotzdem ist der Friedhof ein faszinierender und überraschend großer Ort, den man gesehen haben sollte.

Von hier ging es nun zur besagten Synagoge, die man, so wie den Friedhof für 10 Dirham besichtigen kann. Im Vergleich zur teilweise heruntergekommenen Mellah, der Hitze und den teils aufdringlichen Menschen ,bot der Innenhof Frieden und Ruhe.

friedhofpanorama

Die Saaditengräber

Hinter der großen Moschee im Kashbaviertel führt ein unscheinbarer Eingang durch einen engen Durchgang zu den prächtigen Gräbern der Saaditen-Dynastie. Der Innenhof ist wie ein Garten angelegt und die Gräber prunkvoll verziert. Wie auch in anderen Prachtbauten schmücken feine Holzschnitzereien und Mosaike die Wände. Noch eindrucksvoller sind aber die feinen Steingravuren.

Der Bahia Palast

Der Bahia Palast zählt zu den Top Sehenswürdigkeiten und dementsprechend voll kann es auch werden. Wer jedoch früh genug durch die prächtigen Innenhöfe und majestätischen Gemächer schlendert, wird in der Zeit zurückversetzt. Ein wahrer Orienttraum. Doch betritt man die ehemaligen Königsgemächer erst gegen Mittag, wimmelt es hier nur von Touristen.

Unterwegs in den Gassen der Medina

Durch die Medina Marrakeschs zu spazieren, kann sowohl ein Vergnügen als auch wirklich anstrengend sein. Jeder will einem etwas andrehen, sei es eine Führung, ein Restaurant oder die überall präsenten Souvenirs. Andererseits lässt sich an jeder Ecke etwas Neues entdecken, auch wenn die Einheimischen das zum Teil nicht so sehen und man oft hört: “In diese Richtung gibt es nichts zu sehen!” oder “Nein hier geht es zurück zum Platz (Djema el Fna).”. Sie denken wohl, jeder Tourist will auf direktem Wege nur die Highlights abklappern und ansonsten nichts von der Stadt wissen. Dabei gibt es viele schöne Plätze, kleine Bäckereien und hunderte Moscheen.

Wo man unbedingt auch vorbei schauen sollte, ist das Bab Agnou, das prächtigste Tor Marrakeschs. In der Nähe der Saaditengräber führt das Tor ins Kashbahviertel.

Kommentare

  1. Hagen vom Wanderlust.Team

    Wir denken ja schon länger drüber nach mal nach Marokko zu fahren – und Deine Berichte und Fotos machen da gerade noch mehr Lust drauf 😉

    Wobei mich gerade die Saaditengräber an die Alhambra in Granada erinnern. Naja, kein Wunder – ist ja von der Entstehung her der selbe Kulturkreis.

    Viele Grüße, Hagen

    1. Autor
      des Beitrages
      wasgesternwar

      Das solltet ihr meiner Meinung nach unbedingt! Und es gibt noch viel mehr zu entdecken was ganz und gar nicht an Spanien erinnert wenn ihr etwas exotischeres möchtet. Ich empfehle eine Wanderung im Hohen Atlas zu unternehmen!

      Viele Grüße zurück
      Olli

  2. Pingback: Ein Spaziergang in Bildern: Fès | wasgesternwar.com

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