Mehr als enttäuschend…

Ich muss es einfach sagen. Gerade heraus. Pokhara ist hässlich. Pokhara ist langweilig. Pokhara ist touristisch bis zum Gehtnichtmehr. Es gibt dort einfach nichts Interessantes. Das komplette Viertel am See ist eine einzige Tourismusmaschine. Es scheint völlig aus Hotels, Restaurants, überteuerten Cafés und Tour-Agentouren zu bestehen. Alle “Sehenswürdigkeiten” sind so… Naja… Der See könnte genauso gut überall in Europa liegen. Nein, in Europa findet man tausend mal schönere Seen.
Gut, vielleicht liegt es daran, dass wir, gerade als wir dort waren, keine Sicht auf die Berge hatten.  Vielleicht hätte wenigstens dieses Detail den Aufenthalt versüßt.

Peter und ich kamen nachmittags, nach einer sehr speziellen Busfahrt in einem Lokalbus an. Wir nahmen uns ein vergleichsweise recht schönes Zimmer und starteten gleich eine  Spaziergang entlang der Uferpromenade. Eigentlich gab es hier nichts Besonderes. Souvenirshops und Restaurants, Cafés und  Reisebüros. Man sah endlose Ströme an Ausländern. Viele in Wanderkleidung, -stiefel, Trekkinghosen und Funktionsshirts. Sie saßen in den Cafés, tranken ein Bier oder wanderten ziellos umher. Es schien, als wüsste niemand so recht, was er hier mit seiner Zeit anstellen sollte. Vielleicht kamen sie gerade vom Annapurna-Trek, vielleicht starteten sie auch erst bald. Vielleicht brauchten sie etwas Kontrastprogramm zur Abgeschiedenheit in den Bergen. Wobei, wirklich in der Wildnis ist man im Annapurnagebiet nun wirklich nicht. Es ist die beliebteste Wanderregion in Nepal. Unmengen strömen jedes Jahr während der Wandersaison dorthin.

Alles in allem, war uns ziemlich langweilig. Gut, dass wir wenigstens zu zweit waren. So konnte man sich immerhin unterhalten und die Zeit vertreiben. Alleine wäre es vermutlich noch viel schlimmer gewesen. Ich beobachtete erneut die Menschen um uns. All die vielen Ausländer sah man das Gleiche tun. Ziellos umher schlendern, gelegentlich ein unbedeutendes Souvenir kaufen. Nichts, was man nicht überall auf der Welt sonst hätte auch tun können. Währenddessen rieben sich die Nepalesen die Hände. Alles kostete hier das Drei- oder Vierfache. Pokhara ist nichts, als ein richtig großer Goldesel.

Schlimmer wurde es nur noch im Norden Pokharas, wo sich eine sehr spezielle Art von Reisenden traf. Alle waren sehr alternativ, viele davon Hippies die seit den 70er Jahren hängen geblieben waren. Sie waren nur darauf bedacht, rumzusitzen und gelegentlich zu kiffen. Hier wurde die Tristesse Pokharas nur noch deutlicher. Die Leute wirkten abgestumpft und leer. Manche saßen in Gruppen beisammen, doch wirkten abwesend und voneinander selbst gelangweilt und als “normal” gekleideter Mensch hatte man ohnehin keine Chance, mit ihnen ins Gespräch zu kommen.
Alles in allem, ist Pokhara in meinen Augen eine völlige Zeitverschwendung.

Das einzig Spannende, was Peter und ich an diesem Nachmittag noch unternahmen, war eine Mini-Bootsfahrt zu einem Tempel auf einer kleinen Insel. Der Hindutempel an sich war völlig unspektakulär. Wirklich unterhaltsam war aber auch nur die Überfahrt. Wir saßen mit ein paar nepalesischen Jugendlich an Bord und während wir langsam auf die andere Seite befördert wurden, kamen wir ins Gespräch. Sie waren Studenten aus Kathmandu und waren hier mit ihrem Lehrer. Es war wirklich witzig mit ihnen und wir machten viele gemeinsame Fotos.

Einen weiteren Tag versuchten Peter und ich, uns noch beschäftigt zu halten. Nichts Spannendes, darum mache ich es kurz. Wir waren bei der Friedenspagode, einer Höhle, einem Wasserfall und einem tibetischen Flüchtlingslager. Alles war kommerziell und völlig austauschbar.
Selbst im Flüchtlingslager ging es nur darum, dass wir doch bitte ein paar Souvenirs kaufen. Dabei sah das Flüchtlingslager bei Weitem nicht wie ein solches aus. Eher wie eine kleine Reihenhaussiedlung. Mit festen, betonierten Häusern. Auch die Tibeter selbst sahen alles andere als arm aus mit ihren Smartphones. Nicht, dass ich mich gefreut hätte, eine möglichst verwahrloste Zeltstadt vorzufinden. Aber trotzdem war das kein Flüchtlingslager…

Die einzigen Menschen, die ich getroffen habe, denen Pokhara gefällt, waren eben diese Möchtegernhippies, die voller Begeisterung davon erzählt haben, wie toll es doch sei, am See zu liegen und zu baden. Solche Seen gibt es doch in jedem zweiten Land. Oder wie genial es war, in einem kleinen  Freiluftkino zu sitzen und zu kiffen. Dazu muss ich wohl nichts sagen…

Mein persönliches Fazit ist: Wer nach Nepal kommt und nicht verzweifelt nach einem Kifferparadies oder einem Ort zum ungehinderten Party machen mit anderen Ausländern sucht, der kann sich Pokhara getrost sparen. Denn genau diese Sorte an Menschen, waren die Einzigen, die ich traf, denen Pokhara gefallen hat.

Zum Schluss noch ein paar schöne Bilder, damit es wenigstens etwas Ansehnliches in diesem Beitrag gibt:

 

 

 

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