Rom? Tunesien? El Djem? Wo bin ich hier?

Das Kolloseum in El Djem von Außen.

Schaut euch das Titelbild an. Was würdet ihr vermuten? “Das Kolosseum in Rom, ist ja klar!” Hätte ich bis vor kurzem auch gesagt. Auf meiner Reise nach Tunesien wurde ich aber eines besseren belehrt. Denn hier in El Djem, steht das drittgrößte Kolosseum des römischen Reiches. Schaut ihr auf diesem Panorama noch einmal genauer hin, könnt ihr das Minarett einer Moschee erkennen.

Panorama über das Kolloseum und El Djem
Das Panorama von den oberen Rängen über das Innere des Kolosseums und die Stadt

Modernstes Design in El Djem – Warum Rom neidisch sein konnte

Witzigerweise wurde das Kolosseum nicht von den Römern selbst gebaut, sondern von den reichen Bewohnern der Stadt selbst finanziert. Zu damaliger Zeit, hatten die Römer bereits ein viel kleineres Kolosseum errichtet, welches nur für 2000 Leute Platz bot, wohingegen das große Amphitheater 35.000 Leute fassen konnte. Die durch Herstellung von Olivenöl reich gewordene Bevölkerung, wollte ein Theater, in dem die komplette Stadt dem Spektakel von Gladiatorenkämpfen und ähnlichem beiwohnen konnte. Ähnlich wie das bekannte Kolosseum in Rom, konnte das in El Djem ebenfalls geflutet werden, um Seeschlachten nachzustellen.

Des weiteren, gab es Katakomben für die Kämpfer und Käfige für Löwen und andere Bestien. Das Kolosseum in El Djem ist das modernste und ausgetüfteltste Kolosseum der ganzen römischen Welt. Da es erst 238 n. Chr. erbaut wurde, konnte das gesammelte Wissen über die bisherigen Bauten genutzt werden. Der Zugang zu den Rängen wurde ebenso effizient entworfen, wie all die Besonderheiten für das große Spektakel.

Unter der Tribühne des Kolloseums in El Djem.
In den langen Gängen unter der Tribüne.

Protz, Prunk und Verschwendung –  Warum es nie zu großen Gladiatorenkämpfen kam.

Trotz all der Größe und Bedeutsamkeit, kam es nie zu richtigen Spielen in dem überdimensionierten Amphitheater. Die einheimische Bevölkerung beschloss kurzerhand, sich nach der Vollendung im Amphitheater, vor den römischen Steuereintreibern zu verstecken. Daraufhin rissen die Römer eine komplette Seitenwand ein, welche noch heute fehlt. Ebenso, wurden einige der Steine in späterer Zeit genutzt, um neue Häuser zu bauen. Nichtsdestotrotz, ist das Kolosseum in El Djem in einem außergewöhnlich guten Zustand und deswegen sogar ein UNESCO-Weltkulturerbe.

Kolloseum in El Djem
Das Minarett einer Moschee durch einen Bogen des Kolosseums
Die Manege des Kolloseums in El Djem
Manege frei!

An- und Abreise

Einen Besuch in El Djem solltet ihr unbedingt einplanen. Und das ist auch nicht schwer. Prinzipiell, habt ihr zwei Möglichkeiten: entweder ihr unternehmt einen Tagesausflug aus dem wunderschönen Sousse, oder ihr macht es wie ich und plant in El Djem einen kurzen Zwischenstopp auf eurem Weg weiter Richtung Süden. Beides ist wirklich sehr einfach. Von Sousse, nehmt ihr ein Louage (Sammeltaxi) nach El Djem. Diese fahren relativ häufig. Trotzdem müsst ihr euch auf etwas längere Wartezeiten einstellen, da El Djem an sich eben eine eher kleine Stadt ist und es außer dem Kolosseum keinen Grund gibt, hierher zu kommen.

Von der Louage-Station sind es nur ein paar Minuten Fußweg und ihr könnt euer eventuelles Gepäck an der Kasse sicher bei einem Wachmann verstauen. Zurück nach Sousse geht es dann genauso und es sollten bis in den späten Nachmittag Sammeltaxis fahren. Sicherheitshalber, würde ich aber empfehlen, nicht zu spät in Sousse zu starten.

Das Kolloseum in El Djem

Hauptstadt der arabischen Kultur

Für mich ging es weiter nach Sfax. Hierhin fährt, wie mir an der Louage-Station erklärt wurde, kein direktes Taxi. Dafür wurde ich sehr schnell und freundlich in ein anderes Auto gesteckt und die meisten der Insassen tauschten, so wie ich, das Taxi auf freier Strecke. Alles lief sehr unkompliziert ab und schon in El Djem sagte man mir, wie viel ich für das zweite Taxi zu zahlen habe. Also keine Angst, die Tunesier sind wirklich wahnsinnig freundlich.

Sfax allerdings war eine wahnsinnige Enttäuschung.  Die Stadt wurde 2016 zur Kulturhauptstadt der arabischen Welt gewählt. Davon gab es für mich jedoch herzlich wenig zu sehen. Wobei ich fairerweise sagen muss, es gab zwei Faktoren, die meine Impression der Stadt deutlich trübten. Einerseits war die “Jugendherberge”, welche ich im Internet gefunden hatte, weit außerhalb des Zentrums und hatte den Charme eines Krankenhauses. Da ich aber zu wenig Zeit hatte, um etwas anderes zu suchen, blieb ich eine Nacht. Ich empfehle euch, eine Alternative zur “Auberge Ibn Sina” zu suchen.

Andererseits, hatte ich wahnsinniges Pech und kam an einem Montag an. Montags hat praktisch ALLES in der Medina geschlossen. Und so war ein Bummel durch die Altstadt mehr als deprimierend. Man traf auf fast keine Menschenseele. Alles war verschlossen und vergittert und die Gassen voller Müll. Eventuell gibt es hier an einem anderen Wochentag mehr zu sehen. Sollte Sfax auf eurer Route stehen, kommt nicht an einem Montag an!

Die Stadtmauer von Sfax.
Zumindest eine sehr schöne Stadtmauer gab es zu sehen.
Ein massives Stadttor in Sfax.
Welch mächtige Befestigung.

Wollt ihr noch mehr lesen über Tunesien? Ein Land in das zur Zeit fast niemand reist, obwohl es super sicher und wunderschön ist. Dann klickt hier!

Jetzt seid ihr dran! Wart ihr schon einmal in El Djem und möchtet eure Erfahrungen teilen? Oder hat euch ein anderes Kolosseum des römischen Reichs besonders beeindruckt? Schreibt es in die Kommentare! Wenn euch mein Beitrag gefallen hat, teilt ihn doch mit den untenstehenden Buttons auf Facebook, Twitter und Co.

Das Kolloseum in El Djem ist einfach Traumhaft schön!

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