Schnell weiter

Eigentlich hatten wir vor, auf den 4000 Inseln ein paar Tage länger zu bleiben und mal richtig zu entspannen. Faul in der Hängematte liegen und auf den Mekong schauen. Eventuell ein Fahrrad mieten und die Insel umrunden, aber auf jeden Fall ganz ruhig und relaxt. Zwar wussten wir, dass der Tourismus dort nichts neues ist und wir uns auf ein paar mehr Weißnasen als im Bolavenplateau einstellen mussten, aber unsere Erwartungen wurden um Längen getoppt. Wir kamen mit dem Minivan ganz entspannt am Fluss an und mussten ihn nur noch mit einem kleinen Bötchen überqueren. In der Theorie. In der Praxis wurden wir wie Vieh auf das Boot getrieben, angeschnauzt, der falschen Person das Ticket gezeigt zu haben und unser Gepäck wurde achtlos durch die Gegend geworfen.

Auf Don Det angekommen war der erste Eindruck nicht besser. Überteuerte Restaurants, die alles anbieten, von Pizza und Pasta, über Laotisch und Amerikanisch, zu Cocktails und Drogen. Anstatt sich zu unterhalten, saßen die Leute auf Couchen und schauten amerikanische TV-Serien. Die Besitzer der Guesthouses wirkten verzweifelt und kämpften um Kundschaft.

Wir liefen ein ganz schönes Stück, bis der Trubel weniger wurde und alles etwas friedlicher wirkte. Sogar einen Bungalow mit direktem Blick auf den Mekong konnten wir finden. Wir hatten eine schöne ruhige Lage mit ein paar netten Restaurants. Somit verwarfen wir unseren im Schock gefassten Plan, direkt morgen wieder abzuhauen und entschieden, dem Ganzen wenigstens einen kompletten Tag zu geben. Den Rest des Tages spannten wir einfach mal aus. Es tat gut, den Stress der letzten Wochen zu verarbeiten. Tägliches Aufstehen früh morgens, um sich dann den halben Tag in einem ruckeligen Bus durch Serpentinen und Schlaglöcher zu quälen.

Büffel

Am nächsten Tag wollten wir wenigstens etwas Spannendes sehen. Die Irawadi-Flussdelfine, stark bedrohte, einzigartige Tiere, von denen nur noch sehr wenige im Mekong leben. Morgens um sieben brachen wir mit dem Boot auf. Ein Fischer fuhr uns durch das Delta zu dem Platz, an dem sich die Delfine für üblich um diese Zeit aufhalten. Wir hatten Glück, schon ein paar Minuten nachdem unser Kapitän den Motor abgestellt hatte, sahen wir die ersten Flossen und Finnen aus dem Wasser spitzen. Sogar einen kompletten Delphin haben wir gesehen als er fast vollständig aus dem Wasser sprang. Nachdem wir fast schon genug gesehen hatten, kamen nach und nach noch drei weitere Boote. Langsam verschwanden aber die Delphine und wir waren wirklich glücklich, so viel von diesen stark bedrohten Tieren gesehen zu haben.

Zurück ging die Bootsfahrt durch eine Art Wald, welcher mitten im Fluss stand. Zurück auf unserer kleinen Insel mussten wir aber leider gleich nochmal Boot fahren und zwar ans Festland. Dummerweise hatten wir vergessen, genügend Bargeld mitzunehmen und auf der Insel gibt es keine Geldautomaten. Immerhin, nachdem wir das erledigt hatten, konnten wir noch etwas ausspannen, bevor es dann am darauffolgenden Tag endgültig “Sabaidee Lao” heißen sollte.

Teile deine Gedanken...