Seltsame Orte

Seitjeher haben Menschen ungewöhnliche Orte besiedelt und außergewöhnliche Behausungen geschaffen. Zum Beispiel ein bronzezeitliches Dorf auf Stelzen im Bodensee. Oder die unterirdischen Städte in Kappadokien, Türkei. Insbesondere religiöse Gruppen haben so oft schon versucht, außergewöhnliche Orte für ihre Klöster und Tempel zu finden. Die Felsenklöster im Buthan und Griechenland, oder die Klöster auf den Marmorbergen in Vietnam. So auch in Georgien an der heutigen türkischen Grenze.

Vardzia heißt das bekannte Felsenkloster in der Nähe von der kleinen Stadt Akhaltsike. Hier haben christliche Mönche vor langer Zeit eine immense Klosteranlage in eine, an manchen Stellen senkrechte Felswand geschlagen. Wohnräume, Lagerkammern und sogar eine im Fels verborgene Kirche, sowie eine große Zufluchtsstätte. Unterirdische Tunnel verbinden einige der Kammern.

Vardzia.
Vardzia

Gemeinsam mit einem französischen Pärchen mache ich mich auf, zu dem ca. 40 Fahrminuten entfernten Kloster. Nachdem wir uns mit den Taxifahrern nicht auf einen für uns akzeptablen Preis einigen können, nehmen wir letzten Endes doch den Bus. Es wurde ohnehin nur geschrien und die Taxifahrer stritten irgendwann sogar untereinander. Mal wieder bekam ich einen kräftigen Schlag in die Seite und es war klar, dass der Bus die leichtere Alternative war. Am Busbahnhof bekam meine französische Begleiterin beim Kauf eines Kaffees gleich noch einen Pappbecher Wein in die Hand gedrückt. Um halb neun morgens… Prost! Die meisten Georgier sind eben doch sehr gastfreundlich und zuvorkommend.

Brücke

Unser Weg führte uns durch wunderschöne Täler hin zum Felsenkloster. Gerne hätten wir das ein oder andere Mal angehalten und ein paar Umwege erkundet. Leider waren wir an den Bus gebunden. Immerhin kamen wir direkt unterhalb des Klosters an. Der Anblick, der sich uns vom Parkplatz aus bot, war beeindruckend. Laut Angaben der Touristeninformation, hatten wir nun genug Zeit, die Umgebung zu erkunden, wir könnten den letzten Bus um fünf Uhr am Nachmittag nehmen. In der Theorie zumindest…

Vardzia

Zunächst besichtigen wir ausgiebig das  Höhlenkloster. Anschließend wanderten wir über die umliegenden Wiesen und Hügel zu zwei weiteren kleinen Klöstern. An einem Ort lebten wirklich noch Nonnen unter simpelsten Umständen in kleinen, dunklen, in den Fels geschlagenen Kammern. Am Ziel unserer Wanderung erreichten wir das “Hohe Vardzia”, wo die Nonnen mit Ackerbau und Viehzucht ihren Lebensunterhalt bestreiten.

 

Vardzia1

Zurück am Fuße des Vardzia Klosters stellte sich heraus, dass es wohl doch keinen Bus mehr gäbe und die Touristeninformation uns falsche Informationen gegeben hatte. Und so mussten wir unseren Weg per Anhalter zurücklegen. Letzten Endes landeten wir im Firmenbus eines Elektrizitätswerks und alle Arbeiter kümmerten sich gut um uns und brachten uns bis zurück nach Akhaltsikhe.

Höhlen
Eine der zahlreichen Höhlen.
Wiesen
Auf unserer Wanderung.

FranzosenLandschaft1

Felskloster
Das versteckt liegende Kloster.

Die Altstadt in Akhaltsikhe war leider nicht so überzeugend. Aus der Ferne wirkt die auf einem Hügel über der Stadt thronende, “Rabati” (Altstadt) verlockend. Auch für einen kurzen Spaziergang ist es ganz nett dort. Leider aber ist fast alles rekonstruiert und renoviert, weswegen es eher wie eine “Disneyland-Variante” einer georgischen Altstadt wirkt.

RabatiNacht

Teile deine Gedanken...