Slowenien aus der Sicht eines rosa Einhorns.

Kaum einen Monat war ich von meiner sechs-monatigen Reise quer durch Asien zurück, schon ging es wieder los. Nach Slowenien. Zwar nur ein verlängertes Wochenende, aber trotzdem erlebnisreich. Mit dem Auto fuhren  meine Freundin und ich  einmal quer durch Österreich, bis in den kleinen, etwas weniger bekannten Staat zwischen Alpen und Mittelmeer. Da ich diesmal aber keine Arbeit mit dem Blog möchte, um auch zu entspannen, habe ich mir kurzerhand einen Praktikanten besorgt. Glen, das rosa Einhorn. Er wird unser kleines Abenteuer durch Slowenien hier, aus seiner Sicht, in Worte fassen.

Gut… dann… übernehme ich gleich mal. Also. Hallo erst mal. Ich bin Glen.  Ehrlich gesagt. Also… Es ist mir schon etwas peinlich, aber eigentlich weiß ich gar nicht so genau, wie ich all das hier schreiben soll… So etwas habe ich noch nie zuvor gemacht und es fällt mir sichtlich schwer. Aber nun gut. Ich denke ich schaffe es schon, mich da durch zu hangeln. Irgendwie. Schließlich bin ich der neue Praktikant bei wasgesternwar.

Erst einmal zu mir. Ich bin Glen. Glen von Rosahaupten. Ich hatte mich für ein Praktikum bei diesem Reiseblog beworben und bereitwillig wurde mir, aus Personalnot, die komplette Story zu Slowenien zugeschrieben. Hätte ich mich doch nur für einen etwas handfesteren Beruf, entschieden. Naja… jetzt ist es schon so…

Ehe ich mich versah, ging es dann auch schon los und donnerstags am Nachmittag fuhren wir los. Richtung Slowenien, über München und Salzburg. Ich wurde einfach ins eiskalte Wasser geworfen. Bis zu unserem ersten Etappenziel Bled, kurz hinter der slowenischen Grenze,  waren es ca. 5 Stunden. Obwohl das in einem langen Nachmittag gut machbar wäre, entschieden wir uns auf der Fahrt spontan für einen Stopp im Österreichischen Werfen. Direkt neben der Autobahn gelegen, gab es hier eine wirklich tolle Burg und einen netten, kleinen Ort, der sich für einen Abendspaziergang anbot. Einfach so nahmen wir die nächste Autobahnausfahrt, ohne zu wissen auf was wir uns genau einließen, wir hatten ja nur die Burg von der Straße aus gesehen.

Zuerst kauften wir in einem Supermarkt noch eine Brotzeit für später und ein Frühstück, denn ich war vor lauter Aufregung schon richtig hungrig. Anschließend schlenderten wir auf die Anhöhe der Burg. Sehr neugierig ging ich voraus und fand viele tolle Möglichkeiten für Bilder. Von oben hatte man einen fantastischen Blick und überall auf den umliegenden Hügeln und Bergen ließen sich Almen und Höfe ausmachen.

WerfenBurgInnen

Wieder unten angekommen wollte ich noch ein wenig durch den Ort spazieren. Ich war schon etwas müde, wollte mir aber keine Blöße geben. Zum Glück wurde ich bequem durch den Ort getragen. Obwohl ich ja nur ein unbezahlter Praktikant bin, wollten wir uns keine Unterkunft in Österreich leisten. Somit blieb uns nichts anderes, als auf einem Parkplatz im Auto zu übernachten. Auch wenn ich eigentlich schon ein nettes Hotel in Werfen ausgemacht hätte…

HotelGlen
Fünf Sterne Luxus konnten wir uns leider nicht leisten.

Wir fuhren also zurück auf den Parkplatz unterhalb der Festung. Hier gab es im hinteren Eck eine schöne Stelle, an der ein geparktes Auto wenig Aufsehen erregen sollte. Trotzdem war ich extrem nervös und etwas ängstlich. Schon am ersten Abend dachte ich mir, dass ich hätte zuhause bleiben sollen. Meine Chefs nahmen den Fahrer- und Beifahrersitz und ich machte es mir auf der Rückbank so gut es ging bequem. Es war etwas eng, aber alles in allem war es eine komfortable Methode, um Geld zu sparen.

Am nächsten Morgen ging es früh wieder weiter. Uns stand ein anstrengendes Programm bevor, welches ich geplant hatte. Sowieso blieb der komplette Aufwand an mir hängen, dabei war alles so neu für mich und ich wusste nicht, wie ich an eine solch schwere Aufgabe herangehen sollte. All die ständige Planung und das Fotografieren und die Besorgungen. Es war wirklich anstrengend. Naja, jedenfalls ging es nun weiter nach Slowenien. Eigentlich war es gar nicht mehr so weit, aber erneut, um möglichst günstig zu reisen, hatte ich einen Weg gefunden um den Karawankentunnel zu umgehen. Hierfür musste man ganze zehn Euro pro Durchfahrt berappen, immerhin mussten wir schon mehr als genug für die Vignetten für Österreich und Slowenien bezahlen. Somit sparten wir uns 10 Euro und nahmen den nicht ganz anspruchslosen Wurzenpass mit bis zu 19% Steigung. Da ging unser kampferprobtes Gefährt, ein Renault Clio, schon ganz schön in die Knie. Teilweise im Ersten Gang ging es bergauf. Ich hatte schon Angst, ich müsste schieben. Dafür gab es oben angekommen einen ersten Blick auf das uns bevorstehende Land und seine wunderschönen Berge.

 

SlovenienSchild1
Am höchsten Punkt des Würzenpasses.

Manche Orte sind unglaublich touristisch, andere sind wunderschön belassen, doch wenn beides zutrifft, kann man schon mal über ein paar Hotelbunker und die Pauschaltourismushorden hinwegsehen. Als Praktikant für einen unabhängigen Reiseblog, bin ich immer interessiert, Orte zu entdecken, an denen noch nicht so viele Touristen waren. Die noch einen ursprünglichen Charme behalten haben. Trotzdem gibt es Orte, die ich einfach nicht missen möchte und deren Schönheit ich auch bereitwillig mit tausenden und abertausenden teile. Einfach, weil es das wert ist. Das slowenische Bled sollte sich als ein solcher Ort herausstellen.

Zunächst wollten wir die frühen Morgenstunden ausnutzen und eine wunderschöne Klamm, ca. 10km vom Hauptort entfernt, besuchen. Hier stellte sich wie so oft heraus, der frühe Vogel fängt den Wurm. An der Klamm angekommen, waren noch nicht allzu viele Besucher anzutreffen und während fast alle direkt zum Eingang stürmten, erblickte ich einen unglaublich schönen Ausblick.

Früh morgens hielt sich noch der Nebel über dem Wasser und man musste unweigerlich an einen mystischen Ort denken. Ein Ort, an dem sich Feen und Elfen im Schutz des Dunstes umher treiben. Ein Ort, an den man an einem wolkigen, dunklen Tag  nicht allein gehen wollte. Doch heute war es ein Naturschauspiel der besonderen Art. Die Strahlen der Morgensonne bahnten sich beharrlich, aber sanft ihren Weg durch das dicke Geäst. Sie umspielten den dünnen Nebel. Zärtlich und doch so kräftig, boten sie ein grandioses Fotomotiv.

 

FlussNebel

Das weiche Moos, das sanfte Plätschern des Bachs. Ein entferntes Rauschen der nahen Wasserfälle und Stromschnellen. Ein Ort zum Verweilen, im Einklang mit der Natur. Hier schien nichts als die Schönheit zu herrschen und ich als Einhorn fühlte mich richtig wohl. Kaum zu glauben, dass direkt hinter uns im Minutentakt mehr und mehr Touristen ankamen und an uns vorbeiströmten, ohne ein Auge für diesen Zauber. Bekamen wir doch höchstens seltsame Blicke, wieso mein Chef dort mit seiner Kamera und Stativ am Boden herumkroch. Sicher fragten sie sich, was wir dort machten, war die eigentliche Attraktion, die Klamm, noch vor uns. Ganz hektisch waren sie.  Wir genossen den Anblick, bevor es weiter zu unserem ursprünglichen Ziel ging.

Erneut wurde ich getragen, aber ließ mir nicht die Chance auf ein tolles Erinnerungsfoto entgehen. Wer weiß, wann ich wieder an solch einen schönen Ort komme. Als freischaffender Reiseautor, der sich nur von Praktikumsstelle zu Praktikumsstelle hangelt, ist es nicht leicht. Wir liefen auf Stegen bis ans andere Ende der Schlucht. Selbst jetzt noch hingen Nebelschwaden über dem Wasser. Am hinteren Ausgang angekommen, machten wir eine kleine Pause in der Sonne. Direkt unterhalb eines Wasserfalls, dessen Tosen uns in den Ohren hing.

Dann liefen wir den gleichen Weg zurück und fuhren nun endlich zu unserem Hauptziel des Tages. Zum Bleder See. Erneut übernahm ich die Leitung unserer Dreiergruppe und führte uns auf einem schönen Spazierweg, rund um den See. Und ungelogen, aus jedem erdenklichen Blickwinkel sah die Landschaft einfach gigantisch aus. Es war ja nicht nur der kristallklare See. Nein, um uns erhoben sich zahlreiche felsige Berge. In der Mitte des Sees thronte eine Kirche auf einer Insel. Hoch oben auf einem Fels wachte eine Festung erhaben über die Senke und direkt darunter befand sich eine weitere, strahlend weiße Kirche. Auch wenn man die Runde in gut einer Stunde laufen könnte, brauchten wir sicher mindestens das Dreifache, um auch wirklich alles zu entdecken und zahlreiche Bilder zu machen.

 

Unser Quartier bezogen wir diesmal auf einem Campingplatz direkt am See und meine zwei Begleiter wollten noch schwimmen gehen. Für mich wäre das ja nichts. Wir Einhörner haben keine Flossen oder Schwimmhäute. Ich entspannte mich lieber von dem anstrengenden Tag, bevor wir abends noch unglaublich lecker italienisch aßen. Und schon sehr, sehr früh morgens sollte es weiter gehen… Mir wurde wirklich gar keine Ruhe gegönnt.

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