Stalin hat eher enttäuscht.

Von Anfang an hatte ich keinen guten Start mit Gori, der kleinen Stadt etwas nördlich von Tiflis. Schon am Busbahnhof in der Hauptstadt hatte ich Schwierigkeiten, im Gewirr und der Unordnung den richtigen Bus zu finden. Ein Taxifahrer wollte mich sehr energisch davon überzeugen, doch mit dem Taxi zu fahren. Als ich ablehnte und ihn bat, beiseite zu treten, wurde ich so fest geschubst, dass ich beinahe das Gleichgewicht verlor. Erschüttert über diese Unfreundlichkeit, hoffte ich, es würde besser werden.

In Gori gibt es eine etwas bizarre Touristenattraktion. Den Geburtsort Stalins. So läuft man auf der Stalinstraße zum Stalinplatz und zum Stalinmuseum. Dort steht das Geburtshaus Stalins und der Zug, in dem Stalin gereist ist. Außerdem kann man im Museum sein Leben nachverfolgen…

Wenn man denn russisch oder georgischen kann. Genau das war nämlich der springende Punkt. Die Beschreibungen des Museums waren leider nur in diesen beiden Sprachen und somit konnte ich mir nur ein paar alte Bilder und Skulpturen anschauen.
Sehr ernüchtert verließ ich das Museum wieder. Gerne hätte ich etwas über den Sowjetdiktator  gelernt. Um den Nachmittag noch sinnvoll zu verbringen, spazierte ich durch die zugegeben recht schöne Altstadt und hoch zur Festung, von welcher man einen fantastischen Blick hatte.

Bevor ich am nächsten Tag in einem Ort mit unaussprechbaren Namen aufbrechen wollte, ging es noch nach Uplistsike. Nicht weniger schwer auszusprechen, dafür aber unglaublich interessant. Gemeinsam mit drei Tschechen aus meiner Unterkunft erkundete ich die riesige, in den Fels gehauene, vorchristliche Siedlung. In zahlreichen künstlichen Höhlen versteckten sich alte heidnische Tempel, Vorratskammern und ähnliches. Selbstverständlich wurde mit dem Einzug des Christentums nach Armenien auch eine Kirche auf der Anlage gebaut.  Doch sogar bis weit nach dem Mittelalter wurden hier mystische, heidnische Rituale durchgeführt. Noch mehr Begleiter hatten sich uns angeschlossen. Zwei Hunde folgten uns auf Schritt und Tritt durch die Anlage.

Auf dem Rückweg erkannte ich erneut, wie hilfreich es hier in Armenien und Georgien doch ist, ein wenig russisch zu sprechen. Meine tschechischen Kameraden konnten mühelos den Bus zurück nach Gori erfragen. Wodurch auch ich ohne Probleme den Bus in das an der türkischen Grenze gelegene Akhaltzikhe nehmen konnte.

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Kommentare

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