Such a lovely place, such a lovely place…

Wenn du von Pokhara aus in Begnas Basar ankommst, ist es zuerst ein Dorf wie jedes andere. Ein staubiger Platz zum Wenden für die Busse. Ein paar Läden, dreckige Garküchen. In einer davon gibt es leckere Samosas. Frittierte Teigtaschen gefüllt mit Kartoffeln. Vielleicht riechst du sie, wenn du aus dem Bus steigst. Kauf dir ein paar, denn du hast Zeit. Viel wahrscheinlicher aber, nimmst du die stinkenden Abgase des uralten Busses war, aus dem du aussteigst. Sie sammeln sich zu einer dicken schwarzen Wolke. Du hörst vermutlich die anderen Busfahrer, welche nach den letzten Passagieren schreien, bevor sie abfahren. Ein paar Taxis stehen bereit und ihre Fahrer werden dich belästigen. Jedoch sind sie höflich und lassen schnell von dir ab. Vermutlich fragst du dich: „Ist es das Wert? Dieser Aufwand und dann so ein öder Ort?“

Gehst du aber die Straße, auf welcher der Bus in das Dorf geholpert und gescheppert ist, weiter entlang, wird es schnell ruhig. Nur noch die Vögel zwitschern. Vereinzelt ruft ein fröhliches Kind nach dir. Die Häuser werden weniger. Es ist angenehm warm, aber nicht heiß. Lass dir Zeit mit deinem Gepäck und du wirst nicht einmal schwitzen. In einem Dorf gibt es eine Ansammlung von ein paar Gasthäusern, dahinter aber, auf einer kleinen Anhöhe, steht nur ein Einzelnes. Ganz allein und friedlich steht es da. Wenn du hier dein Lager aufschlagen willst, wirst du vermutlich von einem der Familienmitglieder begrüßt. Der gebildete, sehr um den Tourismus bemühte Vater. Oder eine seiner zwei charmanten Töchter. Vielleicht auch die Mutter, die zwar nicht so gut englisch spricht, wie der Rest, dafür aber alles durch Herzlichkeit und Gastfreundschaft wieder wettmacht. Zuallererst wird dir der schöne Garten auffallen, in welchem du im Schatten Ruhe findest. Wenn der Familienhund dich den lässt… Ein sehr verspielter hellbrauner Hund. Der seine ganz eigene Art besitzt jeden der Gäste willkommen zu heißen.

Von der Dachterrasse aus entfaltet sich eine herrliche Aussicht. An klaren Tagen erblickst du ein wunderschönes Bergpanorama. Selbst, wenn die Sicht zu trüb ist, ist es hier oben ein genialer Ort. Eine leichte erfrischende Brise weht dir um die Ohren. Genau zwischen den zweien Seen gelegen, hat man einen phänomenalen Blick auf die Täler und früh morgens auf den Sonnenaufgang. Tagsüber kannst du kleine Spaziergänge oder große Wanderungen unternehmen.

Pfade führen dich in alle Richtungen und bringen dich den Einheimischen näher. Am See triffst du sehr wahrscheinlich ein paar junge Männer beim Angeln. Du hörst sie Lachen und sie werden dich mit einem willkommenden „Namaste“ begrüßen. Oder du beobachtest Frauen, wie sie schwere Bündel Holz auf ihrem Rücken transportieren. So schwer, dass du sie selbst kaum heben kannst. Wohingegen die Frau. aber den ganzen Packen ohne Probleme hochheben und mit einem Lächeln davontragen wird.

Oder aber, du bleibst bei der Pension und genießt die Ruhe. Eine der größten Attraktionen. Einfach nichts tun, nichts tun und entspannen. Auch als Langzeitreisender brauchst du einfach mal etwas Erholung. Die müden Beine brauchen eine Pause, die erschöpften Augen müssen das Gesehene verarbeiten und der Kopf muss frei werden für neue Eindrücke. Loslassen und die Atmosphäre genießen. Nicht ständig nach der günstigsten Garküche zu suchen sondern sich eine mal verwöhnen lassen.

BegnasPanorama

Abends kannst du eines der frisch gekochten Gerichte von der Karte auswählen. Das Gemüse, die Eier, die Milch und sogar der Kaffee stammen alle aus eigener Erzeugung. Selbst der Honig ist selbst gemacht. Jedes frisch zubereitete Gericht schmeckt herrlich und du kannst der Familie sogar zuschauen oder helfen, wenn sie kochen. Falls du nachmittags auf der gemütlichen Terrasse entspannst, wirst du schon lange bevor es Abendessen gibt hungrig sein, weil all die Aromen zu dir wehen. Das Gemüsecurry und die Linsensuppe, sogar frischer Fisch aus dem kleinen See am Fuße der Gaststätte.

Du wirst mit anderen Reisenden und der Familie gemeinsam zu Abend essen. Am Boden sitzend, bietet sich ein vermutlich etwas seltsamer Anblick, wie die Familie große Portionen Reis ohne Löffel oder Gabel nur mit den Händen in den Mund schaufelt. Vielleicht kommst du in ein interessantes Gespräch mit dem Hausherren. Der gebildete Mann hat schon vieles gesehen und ist stark darum bemüht, den Tourismus in seiner Region zu fördern. Vor acht Jahren baute er seine Pension und nun ist er dabei, ein Zentrum für Frauen zu errichten, in dem sie lernen, Souvenirs in traditioneller Handarbeit zu basteln.
Sicher wirst du auch ausschlafen. Denn da wo Erholung an der Tagesordnung steht, ist Schlafen die wichtigste Aktivität…

Peter und ich hielten uns an genau diesen Plan und es war  phänomenal. Zunächst wollte ich nur eine, vielleicht zwei Nächte bleiben, am Ende wurden es fünf. Nicht zuletzt auch das Erdbeben ließ mich an diesem behaglichen, sicheren Ort verweilen. Aber auch so hätte ich ohne Probleme, Wochen lang bleiben können. Wir lernten interessante Leute kennen, gingen spazieren und machten einfach mal Urlaub. Auch das muss nach drei Monaten reisen mal sein.

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