Tempel und die Blue Grotto – Maltas Hang zum Besonderen

Die Blue Grotto auf Malta.

Ich wollte noch mehr. Nachdem der berühmteste, antike, megalithische Tempel, das Hypogäum wegen Restaurierung geschlossen war, besuchte ich den nahegelegenen Tarxientempel. Aber ein Tempel war mir nicht genug. Insbesondere, da diese faszinierenden Bauwerke vorchristlicher Zeit einzigartig auf Malta sind. Die gigantischen Steinkonstruktionen sind älter als die ägyptischen Pyramiden und mindestens so rätselhaft. Deswegen unternahm ich einen weiteren Ausflug von meiner Heimatbasis Sliema aus. Zuerst sollte es zu den Tempeln Ħaġar Qim und Mnajdra gehen und von dort zu der blauen Grotte(Blue Grotto).

Gemütlicher Start in den Tag – Maltas Bussystem und idyllische Tempel

Wie immer war es ziemlich leicht, einen Bus vom großen Busbahnhof in Valletta zu nehmen. Ein kleiner Spaziergang, auf dem ich mich mit Kaffee und einem Schokomuffin eindeckte und eine Bootsfahrt brachten mich dorthin. Die Linie 71 hält direkt vor der Anlage beider Tempel.

Der gigantische Hagar Qim Tempel auf Malta.
Der erste Eindruck des Hagar Qim Tempels.

Als ich aus dem Bus stieg, gelangte ich direkt zum ersten Tempel: Ħaġar Qim. Diese Anlage beeindruckt vor allem durch ihre besonders großen Megalithen. Auch ein kleines, aber feines Museum gibt es dort, mit Fundstücken und Erklärungen. Da ich früh genug eintraf, hatte ich alles weitgehend für mich und konnte in aller Seelenruhe durch den Tempel schlendern. Der aufrecht stehende Megalith in einem Eck ist über fünf Meter hoch. Erneut fragte ich mich, wie die antiken Einwohner Maltas, diese riesigen Blöcke überhaupt transportieren und aufrichten konnten.

Einer der Megalithischen Tempel, Hagar Qim auf Malta.Einer der Megalithischen Tempel, Hagar Qim auf Malta.Einer der Megalithischen Tempel, Hagar Qim auf Malta.
Hagar Qim, Mnajdra und die Blue Grotto
Der Ausblick von den Tempeln zur unbewohnten Filfa Insel.

Direkt hinter der Anlage geht der Weg weiter zu dem zweiten Tempel, Mnajdra. Klingt für mich eher indisch, ist aber ein weiterer der megalithischen Tempel. Beide Tempel sind im selben Ticket enthalten und der Weg dauert nur ein oder zwei Minuten. Links und rechts gibt es noch weitere Spazierwege, die einen näher an die Klippen und zu einem alten Turm bringen. Einzig die Zeitangaben für diese Wege stimmen überhaupt nicht. Es sind wirklich nur kleine Spaziergänge von etwa einer halben Stunde. Alles in allem sind die Tempel ein perfekter und entspannter Halbtagesausflug

Der Steinzeittempel Mnajdra auf Malta.Der Steinzeittempel Mnajdra auf Malta.Der Steinzeittempel Mnajdra auf Malta.Der Steinzeittempel Mnajdra auf Malta.Der Steinzeittempel Mnajdra auf Malta.

Weiter zur blauen Grotte – ein kleiner Ersatz für das nicht mehr vorhandene Azure Window

Verlässt man die Anlage wieder und folgt der Küstenstraße rechter Hand, geht es nur bergab und man hat einen entspannten Spaziergang zu einer besonderen, natürlichen Sehenswürdigkeit auf Malta, der Blue Grotto/der blauen Grotte.

Die Blue Grotto auf Malta. Der perfekte Ausflug von Valletta.
Das Dorf bei der blauen Grotto aus der Ferne.

Schon von Weitem erblickte ich das kleine Fischerdorf, welches dank des besonderen Naturschauspiels hier zu Berühmtheit kam. Heute wirkt es eher wie ein kleines Touristenresort mit Restaurants und der Möglichkeit, eine Bootstour zur blauen Grotte zu unternehmen.

Nur ein winziges Stück hinter der Abzweigung hinab in das Dorf, befindet sich der perfekte Aussichtspunkt, um den gigantischen Felsbogen und die Bucht zu überblicken. Ich schoss Dutzende Fotos und ehrlich gesagt, hätte mir das auch gereicht. Hier an der kleinen Bushaltestelle konnte ich auf einen Bus zurück nach Valletta warten. Da aber noch ca. eine halbe Stunde Zeit war bis zum nächsten Bus, beschloss ich in das kleine Dörfchen hinab zu laufen, in dem Glauben, der Bus hielte auch dort unten. Drei Mal dürft ihr raten, der Bus hielt nicht unten im Dorf.

Die Blue Grotto auf Malta.
Der gigantische Felsbogen der Blue Grotto.

Stressiges Ende eines sonst so perfekten Tages

Auf die Bootstour hatte ich nicht so recht Lust und ich schlenderte noch etwas umher, bevor ich mich zurück an den kurzen Aufstieg über die Serpentinen der Straße machte. An der Bushaltestelle traf ich einen weiteren Touristen, der witzigerweise nur wenige Kilometer von meiner Heimat im Allgäu lebt. Wir plauderten über unsere Zeit hier, bevor endlich der Bus kam. Wir liefen ein Stück hin zur Straße und auch anderer Touristen wollten gerne einsteigen, doch der Bus fuhr einfach an uns vorbei. Nun hatte ich den zweiten Bus in Folge verpasst.

Eine weitere sinnlose Dreiviertelstunde durfte ich somit an derselben Bushaltestelle warten. Diesmal aber stellten wir uns fast vor den Bus auf die Straße, damit er halten musste. Und endlich, ein Bus zurück nach Valletta!

Die Blue Grotto auf Malta.
Die kleinen Ausflugsboote zur blauen Grotte.

Die blue Grotto auf Malta. Der perfekte Tagesausflug von Valetta.
Der Scintu Tower direkt neben dem Fischerdorf.

Somit endete mein Tag unnötig nervenaufreibend. Dennoch ist dieser Ausflug ein weiterer genialer Tagesausflug, den ihr von Valletta aus auf eigene Faust unternehmen könnt. Ohne die Bootstour oder weitere Spaziergänge, ist es ein sehr gemütlicher Ausflug, nach dem noch reichlich Zeit für einen Cafébesuch oder einen Stadtbummel durch Valletta bleibt. Wer etwas mehr möchte, kann den Trip gut auf den ganzen Tag ausweiten, mit einem Badestopp an Maltas schönster Badebucht Ghar Lapsi, Spaziergängen um die Tempel und einer Bootstour durch die Blue Grotto.

Was war euer liebster Ausflug auf Malta? Denkt ihr die Blue Grotto ist ein würdiger Ersatz für das Azure Window auf Gozo? Schreibt es mir in die Kommentare! Bis zum nächsten Reisebericht aus Malta!


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Reisebericht: ein Tagesausflug zu den megalithischen Tempeln unf der Blue Grotto auf Malta. wie ihr von Valletta aus die ganze Insel bereist.

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