Top ten im Iran: Von Wüsten über gigantische Moscheen bis hin zu Ziegenhirn

Die Top Ten im Iran. Hier seht ihr die wunderschöne Shah Moschee in Esfahan

1. Die Architektur

Das größte Highlight meiner Reise durch den Iran waren wohl die gigantischen Moscheen, Medressen und Paläste. Die blauen Fliesen, die Portale und Kuppeln verleihen jedem Bauwerk ein majestätisches Aussehen. Fast überall im Land findet man solch einmalige Bauwerke. Jeder Winkel ist verziert  mit Keramik oder geometrischen Mustern. Am besten haben mir aber die sich wiederholenden, wabenartigen Ausbuchtungen in den Nischen gefallen, wie zum Beispiel auf dem unteren Foto:

Die Architektur zählt zu meinen Top Ten im Iran.
Die wunderschöne Architektur im Iran.

2. Die Menschen

Fast jeder Iranbesucher ist überwältigt von der Gastfreundschaft und der Hilfsbereitschaft der Menschen. Oft schon, wird man gefragt ob man Hilfe benötigt, bevor man selbst überhaupt weiß, dass man sie benötigt. Viele nette Menschen haben für mich einen Umweg gemacht, um mich zur Bushaltestelle oder Ähnlichem zu bringen. Ich durfte bei ihnen zuhause schlafen, obwohl dies illegal ist. Viele nahmen mich kostenlos ein Stück mit dem Auto mit.

Die wohl größte Form der Gastfreundschaft erlebte ich auf einer Tour durch das iranische Gebirge. Als zwei Iraner sich völlig freiwillig als „Fremdenführer“ anboten. Mehr dazu lest ihr hier.

Die Top Ten im Iran

3. Der Zoroastrismus

In der vorislamischen Zeit war der Zoroastrismus eine verbreitete Religion in Persien. Heutzutage sind leider nicht mehr viele der antiken Feuertempel erhalten und es gibt nur noch wenige Anhänger des antiken Kults. Jedoch fasziniert mich diese Religion so sehr und ich suchte viele der alten Stätten auf, sogar einen heute noch aktiven Feuertempel konnte ich besuchen. Hier sieht man, wie ein Priester gerade vorsichtig die Asche des ewigen Feuers beseitigt.

Die Top Ten im Iran. Das ewige Feuer in Kashan.
Das ewige Feuer im Feuertempel in Kashan.

4. Der Takht-e-Soleyman (Thron des Salomon)

Diese weitere Kultstätte der Zoroastrier hatte sofort mein Interesse geweckt. Sie ist eine der wenigen Orte, die vor der Zerstörung durch den Islam und die Mongolen gerettet werden konnte und UNESCO Weltkulturerbe. Durch eine geschickte List der Wächter wurde die Stätte nicht wie viele andere nicht-islamische Orte zerstört. So wurde den einfallenden Invasoren eine Legende aufgetischt, bei diesem Ort handle es sich um eine Stätte, an der König Salomon einst gelebt hatte. Da die islamischen Invasoren das alte Testament ehrten, hinterließen sie den Ort unzerstört.

Nahe der  Ausgrabung befindet sich auch ein vulkanartiger Hügel, dessen Inneres volkommen hohl ist, weil sich einst ein Kratersee darin befunden hat, welcher mittlerweile komplett ausgetrocknet ist.

Die Landschaft um den Takht-e-Soleymann. Die Top Ten im Iran.
Der Takht-e-Soleymann aus der Ferne.

5. Das wunderschöne Esfahan

Diesem Namen hängt etwas Altes an, etwas Mystisches, wie aus 1001 Nacht. Die Stadt besitzt den zweitgrößten Platz der Welt, welcher umringt ist von einem gigantischen Basar und Moscheen. Hier hat man wirklich das Gefühl, die Zeit wäre vor 5oo Jahren stehen geblieben. Esfahan ist wohl der beste Ort, um die einstmalige Pracht des persischen Reichs zu erfahren. Gigantische Moscheen reihen sich aneinander und es gibt an jeder Ecke Neues zu entdecken. Nicht zu vergessen sind auch die antiken Brücken, die mit ihren zahlreichen Bögen den Fluss überspannen.

Die Shah Moschee in Esfahan. Die Top Ten im Iran.
Die Shah Moschee in Esfahan.

6. Die Wüstenstadt Yazd

Während in Esfahan Brunnen und kleine und große Parks das Stadtbild prägen und viele Frauen sehr liberal gekleidet sind, bietet sich dem Besucher in Yazd ein anderes Bild. Frauen in schwarzen Chadors und kahle, braune Lehmhäuschen. Sogenannte Windtürme, die dazu dienen, Häuser und Wasser zu kühlen, kennzeichnen die Stadt. Hier hatte es sogar bei meinem Besuch Anfang Juli stellenweise schon über 40 Grad. Dennoch ist die Stadt nicht weniger sehenswert als Esfahan. Persönlich hat mir dieser konservative Wüstenaußenposten sogar noch einen Tick besser gefallen. Es gibt wahnsinnig viel zu sehen, jedoch bleibt die Hauptattraktion das Schlendern durch die engen Lehmgässchen.

Des Weiteren hatte ich ein wahnsinnig tolles Hotel, von dessen Dachterrasse man direkt auf die Freitagsmoschee blicken konnte, welche bei Nacht eindrucksvoll beleuchtet war.

Die Top Ten im Iran. Die Wüstenstadt Yazd.
Die Wüstenstadt Yazd bei Nacht.

7. Ein paar Tage in der Wüste

Von Yazd aus ist es, zumindest nach iranischen Maßstäben, nicht mehr weit in die Wüste. Viele Backpacker verschlägt es aufgrund der Empfehlung des Lonely Planets nach Garmeh, jedoch ist es von dort aus ein gutes Stück weiter bis zu den richtigen Sanddünen. Meine Wahl fiel auf Mesr, was so viel bedeutet wie Ägypten. Allein der Name versprach schon, eine gute Wahl getroffen zu haben, denn die Dünen beginnen wortwörtlich direkt vor der Tür der Unterkunft.

Die Top Ten im Iran. Die Wüste bei Mesr.
Die Wüste bei Mesr im Iran.

8. Grüne Berge und kleine Dörfer

Nach so viel Hitze und Wüste sehnt man sich nach einer Abkühlung und etwas grün. Auch das findet man im Iran, in den Bergen im Norden, nahe der kaspischen Küste. Dort befindet sich ein herrliches, kleines Dorf namens Massuleh. In den steilen Hang gebaut, bildet das Dorf  so etwas wie eine Treppe. Jedes Dach des unteren Hauses ist gleichzeitig die Terrasse und Straße für das darüber liegende Haus.

Die Top Ten im Iran. Das Dorf Massuleh.
Das idyllische Dorf Massuleh im Iran in den Berg im Norden.

9. Und noch ein Dorf: Abyaneh

Der Iran hat mindestens so viele einzigartige Dörfer zu bieten, wie es eindrucksvolle Städte zu besichtigen gibt. Vergleicht man Massuleh und Abyaneh, wird man feststellen, sie sind komplett verschieden. Während in Massuleh die stufenartige Bauweise und das ungewohnte grün ein Highlight sind, dominiert in Abyaneh das glühende rot der Häuser. Außerdem ist Abyaneh unglaublich alt, viele der Dorfbewohner tragen noch immer Trachten und man erkennt die zoroastrischen Frauen anhand ihrer geblümten Kopftücher. Es gibt mehrere Moscheen und Feuertempel zu besichtigen und die Bewohner sprechen auch noch immer einen alten, persischen Dialekt, der heutzutage fast ausgestorben ist.

Gegenüber des Dorfes liegt eine alte Festung, gänzlich in Ruinen und es gibt nicht viel zu sehen, außer der fantastischen Aussicht auf das Dorf, für die sich der Spaziergang allemal lohnt.

Das Dorf Abyaneh von der gegenüberliegenden Seite des Hangs.
Das Dorf Abyaneh von der gegenüberliegenden Seite des Hangs.

10. Zu guter Letzt: Das Essen

Für den einen ist es eine Last und viele andere Touristen beklagten sich darüber: „Schon wieder Kebab“ doch für mich war es ein Traum. Im Iran kann man, wenn man möchte, jeden Tag frisch gegrilltes Fleisch verputzen und das für nur ein paar Euro. Jedoch hat die Küche noch weit mehr zu bieten, als nur gegrilltes Fleisch.

Von leckerem Frühstück, ähnlich dem türkischen Frühstück mit Honig, Brot, Oliven und Tomate und Gurke, bis hin zu köstlichen Leckereien wie Safranreis mit Berberitzen und Hühnchen. Oder ausgefallene Speisen wie Rinderlunge und eine Suppe aus Ziegenköpfen zum Frühstück.

Wer es weniger ausgefallen mag, für den gibt es auch noch persische Eiscreme, gern auch als Milchshake mit Obst oder man kann Kamelfleisch probieren.

Das Essen im Iran ist eines der Highlights., wie dieser Kameleintopf.
Ein Kameleintopf, eine Spezialität aus Yazd.

Wart ihr schon einmal im Iran? Was waren eure Highlights? Habt ihr noch Fragen und baucht Hilfe bei der Planung? Schreibt es in die Kommentare!


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Die Top Ten im Iran. Lasst euch für eure Reise inspirieren.

Kommentare

    1. Autor
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      wasgesternwar

      Vielen Dank! Ja du hast recht die vielfältige Landschaft ist wirklich faszinierend, denn es gibt ja fast alles.
      Bei meinem nächsten Besuch werde ich mich noch stärker auf die Randgebiet und den Zoroastrismus faszinieren, über den ich mittlerweile viel recherchiert habe. Sind dir zum Zoroastrismus irgendwelche Monumente oder Orte in Erinnerung geblieben?
      VG zurück!

    1. Autor
      des Beitrages
    1. Autor
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    1. Autor
      des Beitrages
      wasgesternwar

      Freut mich dass es dir gefällt! Warst du selbst schon einmal in einem Land der Region? Unbedingt mal ausprobieren! Nicht nur im Iran auch der Türkei und anderen Nachbarländern sind die Menschen einfach unglaublich gastfreundlich! Danke!

      1. weltenbummlereck

        In der Region leider noch nicht, steht aber unbedingt auf meiner Liste! Ich war bisher in Thailand (wo die Menschen auch suuuper freundlich sind) und Europa. Nächstes Jahr geht es nach Indien und ich bin gespannt wie die Menschen da so sind 😀

  1. Autor
    des Beitrages
  2. Pingback: Die perfekte zwei-wöchige Reiseroute durch den Iran | wasgesternwar.com

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