Viel zu kurz.

So gut es uns auch in Ljubljana gefiel, wollten wir doch weiterziehen. Leider konnten wir uns einfach nicht etwas mehr Zeit nehmen. Besonders mir fiel der Abschied schwer, hatte ich doch am Vortag so ein sympathisches Einhorn in einem Schaufenster entdeckt. Zwar hätte es noch so viel zu erkunden gegeben, aber wir hatten einen straffen Zeitplan und ich trieb meine Truppe an. Aber da Slowenien recht nah an Deutschland ist, wird es sicher irgendwann ein Wiedersehen mit dem sympathischen Alpenstaat geben, hoffe ich zumindest…

Früh morgens brachen wir auf, auf der Autobahn ging es schnurstracks nach Postojna. Doch was war der Grund, wieso wir es so eilig hatten? Postojna ist eines der beliebtesten touristischen Ziele in Slowenien. Selbst Urlauber, die nur auf der Durchreise zu den kroatischen Stränden sind, machen hier gerne einen Stopp. So war unser Plan, möglichst die erste Führung in der riesigen Höhle von Postojna zu erwischen, ich hatte alles im Internet recherchiert. Diese verpassten wir natürlich knapp, da meine Chefs wieder überall trödelten und nahmen stattdessen die zweite Führung, Dadurch hatten wir noch etwas Zeit und ich plante spontan etwas um, sodass wir uns noch die nahegelegene Burg anschauten. Jene war an einer steilen Felswand errichtet und hinter den hohen Mauern verborgen sich zahlreiche weitere Höhlen, die Unterschlupf boten. Da das Ticket recht teuer war, insbesondere für mich als armen Praktikanten, und wir mittlerweile gelernt hatten, dass die Festungen in Slowenien von außen oft viel beeindruckender waren als das viel zu restaurierte Innere, genossen wir nur die Aussicht.

Felsenburg1

Zurück bei den großen Höhlen von Postojna, mussten wir uns ziemlich beeilen, um die Führung noch pünktlich zu erwischen. Doch unser netter, etwas tattriger Führer wartete schon mit einem sympathischen Lächeln auf die letzten Gäste. Allesamt stiegen wir in den, sogar für mich als rosa Einhorn, etwas kitschigen Zug, der uns die ersten Kilometer ins Höhleninnere bringen sollte. Nach einer kurzen Fahrt mit wundervollen Blicken auf die Höhle und die zum Teil mächtigen Stalaktiten und Stalagmiten, stiegen wir aus, um einen weiteren Teil der Höhle zu Fuß zu erkunden, zumindest meine Chefs. Ich hingegen genoss die Aussicht aus dem Rucksack. Das besondere an der Höhle von Postojna waren die hauchdünnen Stalaktiten, die, wie unser Führer scherzte, wie Spaghetti von der Decke hingen. Dennoch wirkte sein Text etwas auswendig gelernt und auch die Sparwitze, die er vermutlich zehn Mal pro Tag von sich gab, trafen nur den Humor der Rentner in unserer Gruppe. Eine kurze Zugfahrt zurück, brachte uns wieder ans Tageslicht und zurück auf die Straße.

Nachdem wir unseren Pflichttermin abhaken konnten, mussten wir nun nicht mehr hetzen und fuhren auf Landstraßen Richtung Küste. Zwar ist die slowenische Küste nur ca. 30km lang, trotzdem gibt es ein paar bezaubernde, venezianische Hafenorte und auch die ein oder andere Möglichkeit zum Baden. Zunächst aber, fuhren wir über an Feldern und Wiesen vorbei. Wir erblickten kleine Dörfer und tuckerten gemütlich zu dem kleinen, auf einer Anhöhe gelegenen Dorf Prem. Ehrlich gesagt, wusste ich nicht, was uns erwartet, trotzdem wahrte ich vor meinen Vorgesetzten dem Anschein von perfekter Planung und der Stopp erwies sich als goldrichtig. Es gab zahlreiche rustikale Häuser eine große Kirche mit einem fernschweifenden Ausblick und erneut eine der, in Slowenien so omnipräsenten Festungen. Natürlich ließ ich mir wieder keine Gelegenheit für ein Bild von mir entgehen.

Prem

Nach dieser wunderschönen Pause ging es weiter zu unserem geplanten Ziel Piran. Auf Landstraßen und das letzte Stück auf der Autobahn kamen wir dank Navi und meiner vorbildlichen Navigation zügig voran. Als wir schon das Meer erblickten, beschlossen jedoch meine zwei etwas spontaneren Begleiter noch einen weiteren Zwischenstopp zu machen. Von der Straße aus erblickten wir die charmante Altstadt von Izola. Kurzerhand war ein Parkplatz gefunden und wir liefen durch die engen Gassen und entdeckten eine schöne Kirche. Außerdem gab es viele Cafés und einen schönen Stadtplatz, welcher zum Verweilen einlud. Das Beste aber war: direkt an der Spitze des Ortes gab es einen kleinen, aber feinen Sandstrand. Alles in allem gefiel es meinen Begleitern so gut, dass sie kurzerhand meinen Masterplan über den Haufen warfen und nach einem Hostel in diesem Ort Ausschau hielten. Tatsächlich fanden wir sogar ein sehr anständiges, zu einem fairen Preis.

Unser eigentliches Ziel Piran besuchten wir noch als kleinen Ausflug, denn von Izola waren es nur ca. 15 min. Auf dem Weg dorthin gab es noch einen herrlichen Aussichtspunkt auf das kleine Dörfchen Izola, welches wie man am Namen erahnen kann, tatsächlich einst eine Insel war, welche über die Zeit hin mit dem Festland verwachsen ist. In Piran selbst, war die auch in Izola präsente, venezianische Architektur noch stärker spürbar. Es gab einen großen, fabelhaften Stadtplatz, mehrere Kirchen und eine intakte Stadtmauer, von welcher man einen fantastischen Blick auf die Stadt hatte. Wir wanderten in den engen Gassen umher und meine Bosse gönnten sich ein italienisches Eis. Nur ich verzichtete, da ich als rosa Einhorn sehr auf meine Linie achte. Wir schlenderten umher und entdeckten so mancherlei schöne Ecke und versteckte Innenhöfe. Trotzdem war nun auch ich froh, unsere Unterkunft im charmanten Izola bezogen zu haben. Hier gab es deutlich mehr Touristen und irgendwie war Izola einfach etwas Besonderes.

Wir ließen den Abend damit ausklingen, noch ins Meer zu springen, die letzten Strahlen der Sonne vom Ufer aus zu beobachten und wir verspeisten einen riesigen Grillteller, bevor es am nächsten Tag, kaum zu glauben, auch schon wieder nach Hause gehen sollte…

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